Anzeige

Teufelspakt mit Perspektivwechsel

Am 23. Oktober feierte die Oper "Faust (Margarete)" am Staatstheater Mainz Premiere.

 

Ein Kerl mit Zigarette wird rausgeschmissen. Deutsche Kneipe? Nein, deutsche Bühne. Mainzer Bühne, um genau zu sein. Die Oper „Faust (Margarete)“ von Charles Gounod wird in der Inszenierung von Hausregisseurin Elisabeth Stöppler gespielt. Der Raucher, der der Kulisse verwiesen wird, ist – wie könnte es anders sein – Méphistophélès (Derrick Ballard). Sein Auftreten vorhersehbar manipulativ und angsteinflößend. Man kann sich, wie bei einem guten Horrorfilm, auf sein authentisches Auftreten freuen.

 

Ähnlich wie Méphistophélès gekleidet und bemalt ist (Kostüme: Susanne Maier-Staufen), ist auch das Bühnenbild von Rebecca Ringst: schwarz und weiß. In der ein oder anderen Szene ein farbenfroher Klecks. So zum Beispiel Margarete (Vida Mikneviciute), die nach ihrer Begegnung mit Faust (Philippe Do) ganz in rosa gekleidet über die Bühne huscht.

 

Aber genug der Äußerlichkeiten. Worum geht es in dem Stück, was ist anders als beim „normalen Faust“, den man nach der (Schul)lektüre erwarten würde? „Während sich die erste Hälfte auf Faust und Mephisto konzentriert, werfen wir nach der Pause einen Blick in die Gefühlswelt Margaretes“, erklärt Lars Gebhardt, der gemeinsam mit Johanna Wall für die Dramaturgie des Stückes zuständig ist. Besonders interessant außerdem: „Der Faust hat zu Anfang des Stückes eine Faustin an seiner Seite“, verkündet Gebhardt. Diese ist – ganz in schwarz gekleidet und Fausts Trieben überdrüssig – das Antonym von Fausts Begehren, die konträre Figur zu Margarete.

 

Vorstellungen: 30. Oktober, 9. November, 1., 9. und 17. Dezember sowie 17. Januar und 14. Februar im Großen Haus

Autor: 
Nicole Opitz
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Flattr