Vom Zivi zum Profi-Cutter
Arne Ahrens ist Filmemacher, Mitbegründer der Mainzer Schnittfirma Match Cut und liebt das Geschichtenerzählen.
Ein alleinerziehender Vater mit Sohn hat ein Date mit einer alleinerziehenden Mutter von zwei Töchtern. Die Erwachsenen wollen zusammen ausgehen und die Jugendlichen, zwischen 13 und 15 Jahren, bleiben zusammen in der großen Villa der Frau zurück. Die beiden Mädels haben aber gar keinen Bock auf den Bruder in spe und machen ihn den ganzen Abend runter. Schließlich überreden sie ihn zu einer Mutprobe. Er soll alleine in den Keller gehen und vor einem großen Spiegel dreimal laut sagen: O Luzifer, komm und hol mich. „Und dann … dann geht’s ab“, verspricht Arne. Der Film „Komm und hol mich!“ ist fertig und wartet auf seine Premiere im Wettbewerbsprogramm des Max-Ophüls-Festivals in Saarbrücken.
Während seines Zivildienstes kaufte Arne sich eine Super-8-Kamera und ein altes, langsames Schnittprogramm, um seinen ersten Kurzfi lm zu drehen. „Ich habe im Kindergarten in der Blümchengruppe gearbeitet, da war um 13 Uhr Schluss. So hatte ich genug Zeit zum Filmemachen“, erinnert er sich. Heute leitet er seine eigene Postproduktionsfirma, denn mit dem Filmemachen „habe ich dann nicht mehr aufgehört.“
Berufserfahrung sammeln
Ein Volontariat in Hamburg und ein Dreivierteljahr Schnittassistenz in einer Düsseldorfer Werbefi lmproduktionsfi rma folgten auf den Zivildienst, später machte sich Arne als Cutter selbstständig und kam nach Mainz. Ein Studium im Fachbereich Mediendramaturgie gab ihm die Möglichkeit, sich mit der Drehbuchtheorie von Aristoteles bis Syd Field sowie mit Filmtheorie und -geschichte zu beschäftigen. Zudem lernte er dort wichtige Mitstreiter kennen, mit denen er bis heute noch zusammenarbeitet: Kameramann Alexander Griesser und Produzent Dirk Wellbrock. Nebenher jobbte er als freier Cutter und startete in seiner Freizeit eigene Projekte. „Als ich mit dem Studium fertig war, hatte ich schon fast zehn Jahre Berufserfahrung.“ Ein geeigneter Zeitpunkt, um gemeinsam mit Freund Kai Duhn (eigentlich studierter Japanologe) eine eigene Firma zu gründen – Match Cut Mainz. „Wir sind einfach zum Finanzamt gegangen, haben uns eine Steuernummer geholt, Räume gemietet, Equipment gekauft und fertig.“ Ganz so einfach war es dann aber doch nicht, muss er zugeben: „Ich habe meine Lebensversicherung gekündigt und dann haben wir uns langsam herangetastet. Immer ein bisschen mehr Technik gekauft, bis wir irgendwann voll ausgestattet waren.“ In der Medienhochburg Mainz läuft das Geschäft recht gut. ZDF, SWR und 3sat gehören zu den Kunden, ebenso freie Produzenten und Firmen ohne eigene Schnitträume.

















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