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Wölfe für Grimme-Preis nominiert
Der Mainzer Kameramann und Regisseur Justin Peach hat sich schon über viele Auszeichnungen für seinen Dokumentarfilm „Kleine Wölfe“ freuen können. Nun wurde dieser in der Kategorie Information und Kultur auch noch für den renommierten Grimme-Preis vorgeschlagen.
„Kleine Wölfe“ zeigt am Beispiel des elfjährigen Sonu und seinem „Rudel“ das Leben der Straßenkinder im nepalesischen Moloch Katmandu. Wie sie jeden Tag von Neuem ums Überleben kämpfen, Drogen nehmen, das Mitleid leichtgläubiger Touristen ausnutzen und dabei eben manchmal auch einfach kleine Jungs sind, die Spaß zusammen haben und Abenteuer erleben. Justin Peach hat für seine Diplom-Doku drei Monate mit ihnen verbracht, ihren Alltag gefilmt und ihre Freundschaft gewonnen. Dabei ging es ihm jedoch nicht darum, mit dem Film beim Zuschauer etwa auf die Tränendrüsen zu drücken oder eine voyeuristische Situation zu schaffen. Vielmehr gibt der Film einem das Gefühl, dabei zu sein und diese so andere Realität mitzuerleben. Unterstützung beim Dreh fand er vor allem von Lisa Engelbach. Diese konnte zwar selbst nicht in Nepal dabei sein, doch motivierte sie Justin in schwierigen Phasen immer wieder weiter zu machen. Später zurück in Deutschland hat sich die Mainzer Mediendesignerin dann um den Schnitt und den dramaturgischen Aufbau des Films gekümmert, sodass die Nominierung des Films nun auch ihr gebührt Schon 2009 erhielt diese filmische und menschliche Leistung eine erste große Anerkennung als Gewinner des „Deutschen Nachwuchsfilmpreises“, welcher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung verliehen wurde. Einen weiteren Erfolg verzeichnete Justin Peach`s Diplomabschlussarbeit für die Mainzer FH auch bei den 26.Video-Film-Tagen der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für Politische Bildung.
Anlässlich seiner neuesten Nominierung hat die STUZ mit dem Mediendesigner gesprochen:
STUZ: Erst mal Herzlichen Glückwunsch zur Grimme-Preis-Nominierung! Ich kann mir vorstellen, dass dies für eine Diplomarbeit schon eine beachtliche Anerkennung ist. Was macht deinen Film so erfolgreich?
Justin Peach: Danke! Mit so viel Rummel haben wir auch nicht gerechnet! Wir haben sehr viel Zeit und Liebe in das Projekt gesteckt. Bestimmt 2 Jahre. Ich bin bis heute noch in Kontakt mit den Jungs in Kathmandu. Es ist auf jeden Fall kein gewöhnlicher Fernseh-Dokumentarfilm. Ich glaube, das sieht und spürt man.
Motiviert dich die Nominierung zu einem neuen Projekt?
Na klar! Alleine die Nominierung ist so was wie ein Ritterschlag für uns. Unser Projekt „Baby“ wächst und gedeiht auch super… da wird es jetzt so langsam wieder Zeit, das nächste Abenteuer anzugehen. Aber die Messlatte liegt nun natürlich schon ziemlich hoch!
Was wirst du tun, solltest du den Grimme-Preis bekommen?
Den Ur-Schrei werdet Ihr bestimmt in ganz Mainz hören = )
Was ist denn so die häufigste Reaktion bei den Zuschauern auf deinen Film? Weißt du auf welchen Nerv du damit beim Publikum triffst?
Nach dem Film werde ich meistens gefragt, wie wir es schaffen konnten so nahe und intime Bilder zu bekommen. Jeder sieht und erlebt den Film natürlich anders. Wir wollten keinen „Tränendrüsenfilm“ machen. Aber nach “Kleine Wölfe“ müssen die meisten Erwachsenen erstmal tief durchatmen. Deswegen bin ich gerne an Schulen. Jüngere Zuschauer stellen ganz andere Fragen und fühlen sich nicht sofort für das Leid auf dieser Erde schuldig. Sie identifizieren sich mit unserer Bande und fangen an über ihre eigene Situation nachzudenken!
Was glaubst du konntest du mit deinem Film bei Sonu und seiner Bande verändern?
Als wir den fertigen Film den Jungs vor genau einem Jahr in Kathmandu gezeigt haben, waren sie total aus dem Häuschen. Wir haben unser Versprechen eingehalten und ihre Geschichte mit Respekt erzählt. Sonu, der Hauptprotagonist wollte sich den Film gleich mehrmals anschauen. In gewisser Weise ist es ja eine Art Spiegel für ihn. Fast wäre es auch ein „Happy End“ geworden. Er war nach unserem zweiten Besuch ein Jahr lang nicht mehr auf der Straße und hat sich mit anderen Gelegenheits-Jobs durchgeschlagen. Das letzte Mal aber, als ich mit ihm telefoniert habe war er wieder an derselben Ecke. Die Perspektiven für die Bande sind nicht rosig. Ich hoffe – und leider ist das bittere Realität – dass wenigstens einige älter als 21 Jahre alt werden.
Wissen die Hauptdarsteller von „Kleine Wölfe“ von der Nominierung und der Resonanz, die ihr Film hier erhält?
Nein. Ich glaube sie können sich nicht wirklich vorstellen, wie viele Menschen den Film schon gesehen haben. Manchmal kann ich es ja selber nicht glauben. Viele Nepal-Freunde haben mir schon erzählt, dass sie den Film gesehen haben und dann nach Nepal geflogen sind und Sonu wirklich getroffen haben. Er ist so etwas wie eine kleine Kiez-Legende geworden.
Kathmandu 50/50 -Nepals Straßenkinder-
Fotoausstellung & Dokumentarfilm „Kleine Wölfe“
12. bis 15.3. im PENGLAND






















