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Wir sind der Folk!

STUZ-Konzert #3 mit DeWinter und Alessia am 18.Oktober

 

Es ist wieder Zeit für musikalischen Genuss in unseren Redaktionsräumen. Am 18. Oktober spielen die Indiepop-Band Alessia und der Singer/Songwriter DeWinter. Unsere Autorin Lara Malm hat die Musiker vorab für euch ausgequetscht.

 

Vier Freunde und ein Masterplan

Ich könnte gar nicht ohne Musik auskommen“, sagt Alessia Mandanici überzeugt. Seit sie 15 Jahre alt ist, musiziert die Wiesbadenerin schon und spielte auch bereits in verschiedenen Bands. Jahrelang ist sie als Singer/Songwriterin tätig gewesen, bevor sich endlich ihre Band Alessia fand. „Es war schon immer mein Ziel, eine Band zu haben.“ Seit einem Jahr existiert nun die Gruppe Alessia, deren Mitglieder in Mainz und Wiesbaden wohnen. Ihre Namensgeberin schreibt die Texte, spielt Gitarre und singt. Bassist Eduardo Sabella, Keyboarder René Fleck und Drummer Johannes Lüttgen vervollständigen das musikalische Arrangement. Heraus kommt ein Klangspektrum aus Akustik und Elektronik mit Jazz, Pop- und Folkelementen. „Wir sind von vielen Seiten beeinflusst“, meint Johannes, der wie René und Eduardo Jazz und Pop studiert. Alle Mitglieder tauschen sich gegenseitig aus. Lana Del Rey und Feist sind genauso Inspirationsquellen wie verschiedene Jazz- und Folkmusiker.

 

Ambitioniert ist ein Adjektiv, das auf die junge Band zutrifft. Ein paar Monate nach der Gründung war bereits die erste EP fertig. Und der Aufnahmeprozess verlief völlig unkompliziert – wohl auch weil die Bandmitglieder gleichberechtigt waren. Jeder nahm seinen Part an einem anderen Ort auf und schließlich kamen alle zusammen, um die Einzelteile zusammenzufügen. „Es war wirklich in der letzten Minute noch spannend, wie die EP im Endeffekt klingen würde“, so Johannes. Alessia wissen, wie man die Bandchemie erfolgreich aufrechterhalten kann. „Wir kennen uns eben alle sehr gut und auch wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt, kommt man schnell auf einen Kompromiss“, erzählt die Sängerin. Was sie gar nicht mag, ist, wenn Leute die Band als Soloprojekt von ihr ansehen: „Das liegt wahrscheinlich am Namen. Wenn man uns aber sieht, hört man heraus, dass der Sound von allen Vieren gestaltet wird.“ Johannes ergänzt: „Es ist eben auch wichtig, dass man sich privat untereinander versteht. Wären wir nicht alle auf einer Ebene, würde das Ganze auch nicht so gut funktionieren.“

 

Nach den Aufnahmen drehte die Band auch ihr erstes professionelles Musikvideo, das von der Sängerin in die Wege geleitet wurde. Für ihre Bachelorarbeit in Kommunikationsdesign wählte sie dieses Projekt aus. „Ich liebe es einfach, kreativ zu sein. Ich brauche Musik und Film, um mich vollständig zu fühlen“, erzählt sie begeistert. Die Band ist schon oft in der Region aufgetreten. Ob im „Bett“ in Frankfurt oder auf dem „Kassettendeck“ in Mainz, Alessia stehen gerne auf der Bühne. „So ein gewisses Adrenalin ist ja auch immer super“, so Johannes. Ihr großer Plan für nächstes Frühjahr ist sogar eine zweiwöchige Tour durch Nord-und Ostdeutschland. „Darauf freuen wir uns unheimlich. Gleichzeitig wollen wir auch für die Zukunft weiter an Songs schreiben und unser Repertoire erweitern", so die Sängerin.

 

Der Anti-Liedermacher
Stillstehen will auch Niclas DeWinter nicht, der seit zwei Jahren mit dem Soloprojekt DeWinter unterwegs ist. Spielte der geborene Münsteraner in seiner Heimatstadt noch in einer Rockband, ist er nun froh, seine eigenen musikalischen Vorlieben umzusetzen. „Ich habe mir den Luxus beibehalten, dass ich, wenn ich ein Instrument spiele, nur das spiele, was ich will“, so der Mainzer Sänger. Der Musikwissenschaftsstudent spielt seit seiner Kindheit Gitarre und wird heute nur manchmal von einem Violinisten und einem E-Gitarristen begleitet: „Wir sind aber kein festes Trio, dafür sind die beiden zu sehr in anderen Dingen eingebunden.“ Niclas ist eben der kreative Kopf hinter dem Projekt. Inspiriert von Jeff Buckley, Elbow und Radiohead sowie Filmmusik komponiert er viele melancholisch klingende Folk-Stücke, die etwas von seiner Persönlichkeit widerspiegeln. „Ich bin kein trauriger Mensch, aber Melancholie finde ich am anregendsten. Wie Victor Hugo einst sagte: Die Freude am Traurigsein.“

 

Niclas DeWinter fasziniert vor allem die Atmosphäre, die Musik erzeugen kann. Dazu produziert er seine Musikvideos und fängt die Stimmung durch visuelle Spielereien ein, wie zum Beispiel mit einem flackernden Schwarzweißvideo. Dennoch versteht sich der Musiker nicht als klassischer Liedermacher. „Ich fühle mich nicht dieser Szene zugehörig. Das passt dann eher zu Leuten wie Knyphausen, die auch deutsch singen. Ich will aber gar nicht auf Deutsch singen.“ Lieber möchte der Musiker Vorstellungen und Bilder in den Köpfen der Menschen erzeugen, anstatt direkte Botschaften durch Text zu vermitteln. Deshalb bevorzugt er Englisch. „Deutsch klingt ja immer viel statischer, da es so viele Konsonanten besitzt und man kann dann nicht flüssig und virtuos singen.“ Niclas möchte kein Dichter sein, sondern ein Komponist, der die Zuhörer auf das Klangbild aufmerksam machen will. „Im Englischen bleibt Musik weiterhin ein Geheimnis und die Texte lenken nicht sofort ab. Bei mir kommen sie beim Songschreiben eh viel später und müssen nur noch die bereits geformte Melodie ausfüllen.“ Gesanglich wechselt er auch mal zwischen Tenor und Falsett, damit die Songs mehr Wirkung entfalten.

 

Vor ein paar Jahren nahm Niclas auch schon eine EP auf, deren Songanzahl aber immer wieder variiert. Wie er sie am besten vermarktet, weiß er noch nicht so genau: „Die Leute heutzutage werden ja zu Archivaren, die eine ganze Reihe von Datenbanken haben. Inwieweit CDs überhaupt noch lukrativ sind, muss man noch testen. Facebook und solche Dinge sind jedenfalls wichtig, um das Image zu pflegen.“ Ein Musikerportal im Internet hat ihm auch zu seinem bisher größten Gig verholfen. Er durfte nämlich im Juli als Vorband für Sophie Hunger und Niels Frevert auf dem „Heimspiel Knyphausen“ in Eltville eröffnen. Veranstalter ist der Liedermacher Gisbert zu Knyphausen. Gegen mehr als hundert Bewerber konnte Niclas sich durchsetzen. „Ich war super aufgeregt, aber es hat wirklich Spaß gemacht und ich habe viele Kontakte geknüpft.“ Gigs in Köln, Hamburg und vielleicht sogar eine kleine Tour im Frühjahr sind in Planung. „Zu viel möchte ich aber noch nicht verraten“, erwidert er lächelnd.

 

Alessia und DeWinter treten am 18. Oktober in unserer Redaktion, Binger Str. 22, auf. Einlass ist um 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr. Der Eintritt ist frei und Getränke gibt‘s auf Spendenbasis. Auch für die Bands wird eine Spende erwartet. Wir freuen uns sehr auf gute Musik und auf euch!

 

Autor: 
Lara Malm
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Alessia - Time to Go
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DeWinter - 1998