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Wulf im Interview

Der Theaterleiter des Mainzer CineStar, Jochen Wulf, äußerte sich im Rahmen eines Interviews am 22. Juli  zu den Tarifverhandlungen. 

 

Stuz: Der erste Streik hat bereits stattgefunden. Was glauben Sie, wie Ihre Besucher das Spektakel aufgefasst haben? Wird man dieses Ereignis später in den Statistiken zu Einnahmen und Besucherzahlen herauspicken können?

Wulf: „Der Kinobetrieb lief regulär und ohne größere Störungen für die Besucher weiter. Zum Streik haben wir weder positives noch negatives Feedback erhalten. Da der Betrieb regulär weiterlief, ist dieser Tag auch statistisch nicht gesondert zu betrachten.“

 

Wie empfinden sie die Stimmung im Gesamtteam zwischen Streikenden und Nichtstreikenden?

„Auch weiterhin wird ein fairer und professioneller Umgang zwischen unseren Mitarbeitern groß geschrieben.“

 

Was glauben Sie, wie oft wird es hier in Mainz noch zu Warnstreiks kommen und wann wird der letzte stattfinden?

„Das können wir derzeit nicht beantworten.“

 

Was denken Sie, wie schätzen Ihre Angestellten Ihre Position in den Tarifverhandlungen ein?

„Die Position des CineStar Mainz, die ich auch als Theaterleiter vertrete, ist klar und auch unsere Angebote sind kommuniziert. Wie diese bewertet werden, müssten Sie die streikenden Mitarbeiter fragen.“ 

 

Wenn Sie sich Positionieren müssten, wie würde dann Ihr Urteil zu den Tarifverhandlungen aussehen?

„Sie verstehen sicher, dass wir Tarifverhandlungen nicht über die Presse führen möchten, sondern in direkten Gesprächen mit den Arbeitnehmern. Grundsätzlich sind Tarifverhandlungen wichtig und ein völlig legitimes Mittel, um Faktoren wie Gehalt etc. zu diskutieren. Persönlich bin ich froh, dass wir in einem Land leben, in dem aus der Geschichte gelernt wurde und die Rechte der Gewerkschaft in der Verfassung verankert sind.“

 

Was macht das Arbeiten im CineStar attraktiv im Gegensatz zu anderen Gängigen Studentenjobs wie beispielsweise Kellnern?
„Am besten befragen Sie dazu auch die Mitarbeiter. Generell hat die Arbeit im Kino natürlich eine große Strahlkraft, zudem zahlen wir in der operativen Arbeit Nacht- und Feiertagszuschläge und alle unsere Mitarbeiter können umsonst ins Kino.“

 

Worin sehen sie den Kern der Forderungen der Tarifkommission?
„Der Kern der Forderung der Tarifkommission sind Lohnerhöhungen um durchschnittlich 31 Prozent, in der Spitze bis zu 66 Prozent. Dazu muss man sagen, dass der überwiegende Teil der operativen Löhne im CineStar Mainz sich, je nach Zugehörigkeit und Verantwortungsbereich des Mitarbeiters, schon heute zwischen 7,31 Euro und 12,16 Euro pro Stunde bewegt. Hinzu kommen Feiertags- und Nachtzuschläge sowie eine Reinigungspauschale für die Service- und Thekenkräfte. Und selbstverständlich können alle unsere Mitarbeiter auch unentgeltlich unser Kino besuchen.“

 

Worin liegt das Problem bei den Verhandlungen?
„Die Verhandlungen sind an sich nicht problematisch, sondern werden im normalen  Rahmen geführt. Die Forderungen nach bis zu 66 Prozent mehr Lohn sind jedoch leider für das CineStar Mainz, insbesondere vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr eine hohe siebenstellige Summe für die notwendige Renovierung des Standorts investiert werden muss, wirtschaftlich in keiner Weise darstellbar. Trotz des hohen Investitionsvolumens und der damit verbundenen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wurden seitens der Betreiber-Gesellschaft Greater Union Filmpalast GmbH Lohnerhöhungen von durchschnittlich circa zwölfProzent, in der Spitze sogar von knapp 20 Prozent, angeboten."

 

Der Schlachtruf beim Warnstreik lautete: „Wir sind laut, wir sind hier, für bess’re Löhne streiken wir!“ Wie sähe Ihre Antwort darauf aus?
„Die Antwort ist schon oben geschrieben: Wir bieten bereits in der Spitze Lohnerhöhungen von bis zu 20 Prozent, zusätzlich zu allen schon erfolgenden Sonderleistungen. Ein Schlachtruf gehört eher nicht zu unserer Vorgehensweise, da wir versuchen, die Verhandlungen möglichst sachlich zu bestreiten“

 

Autor: 
Johannes Kraus
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