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Zombies, Punks und andere Subkulturen

Der Ventil Verlag wird 15. Wir werfen einen kurzen Blick zurück, aber vor allem voraus auf weitere Bücher des jungen Verlags.

 

Zombies bevölkern die Erde und vermehren sich rasant. Der Virus, der dich zum Untoten macht, wird durch den Verzehr von Fleisch übertragen. Der einzige Weg dich zu retten: Koche vegan um dein Leben! „The Vegan Zombie“ ein Survival-Kit in Form eines Kochbuchs. Die Autoren Chris Cooney und Jon Tedd kombinieren in ihm das Horrorgenre mit veganen Rezepten. Jetzt erscheint es in deutscher Sprache im Ventil Verlag, Mainz.

Ventil publiziert seit 15 Jahren Junge Literatur, Popgeschichte und vegan-vegetarische OXKochbücher. Um einige Titel zu nennen: Autor Alexander Pehlemann nimmt uns mit auf eine Reise durch die osteuropäischen Subkulturen in seinem Buch „Go Ost“. Er begegnete Punks aller Klassen in Ex-Jugoslawien und der ehemaligen sowjetischen Union. Eine CD, die seine Erlebnisse mit passendem Punk untermalt, ist beigelegt. Linus Volkmanns frühere Charaktere tauchen in seiner Kurzgeschichtensammlung „Lies die Biber“ erneut auf und werden in die Gegenwart versetzt. Passend zum neuen Album des slowenischen Künstlerkollektivs Laibach kommt von Alexei Monroe „Laibach und NSK – Die Inquisitionsmaschine im Kreuzverhör“ auf den Markt. Im Programm steht der „Blick zurück“ im Vordergrund. „Idealismus und eigenes Fantum“ sind wichtig. Ventil möchte eine „historische Bestandsaufnahme der Subkulturen“ liefern und bisher kann er das erfolgreich.

Die Nische, die Ventil bedient, ist nicht nur die des Pop, sondern ebenso eine künstlerische, mit Comics und Farbabbildungen. Manuskripte bekommtder Verlag von Autoren aus dem musikalischen und filmischen Bereich, die in engem Kontakt mit ihm stehen. Im Team wird selektiert und entschieden, welche Manuskripte publiziert werden. Der Schwerpunkt liegt beim gedruckten Buch, dennoch fährt Ventil durchaus „zweigleisig“; die Produktpalette wurde mittlerweile um einige E-Books erweitert. „Wir werden überregional gelesen“ und „es geht gut“, attestiert Jonas Engelmann, einer der Geschäftsführer und Lektor, bescheiden. Einsatz, Energie und
Zeit stecke in jedem einzelnen Buch; dennoch sei die Arbeit im Verlag ein Nebenjob. „Wir funktionieren gleich einer Utopie des Vereinbarens von Arbeit, Leben und Interesse“, sagt Oliver Schmitt, Layouter bei Ventil. Bestimmt trägt das zum Erfolg des Unternehmens bei, wie die spürbare familiäre Atmosphäre. Jedoch musste sich das junge Unternehmen nach dem unerwarteten Krebstod des Aushängeschilds und Musikjournalisten Martin Büsser im Jahr 2010 erst einmal neu aufstellen. Auf Verlagsebene war es ein schwerer Verlust, er war Repräsentant, Lektor und als Handelsreisender tätig. Auf freundschaftlicher Ebene sei es gleich dreimal so schwer, wenn jemand unerwartet sterbe, betont Engelmann. Ein „Neuanfang musste her“. Dieser wurde mit einem Umzug in die Mainzer Neustadt eingeleitet und mit der Neuverteilung der anfallenden Verlagstätigkeiten weitergeführt.

Der Kollektivgedanke wird im Verlag hochgehalten. Natürlich gab es auch mal Pleiten. Bei manchen Büchern hatte man hohe Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Doch sollte ein Buch einmal weniger Anklang im Lesepublikum finden, so müsse niemand am Hungertuch nagen. Vor allem dann nicht, wenn man von seinen fünf vegan-vegetarischen Ox-Kochbüchern in den letzten 15 Jahren über 100.000 Stück verkauft habe.

Autor: 
Albertine Thumm
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Galerie: 
Johannes Kraus
Oliver Schmitt und Jonas Engelmann
Johannes Kraus
Die Behausung des Ventil Verlags
Johannes Kraus