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Zwischen Melbourne, New York City und sonst überall

Vor dem Konzert in der Wiesbadener Räucherkammer, haben wir mit einem der sympathischsten Menschen gesprochen: John K. Samson…äh Wil Wanger von der Smith Street Band.

 

In Australien sollte es gerade Frühling werden. Wie kommst du mit dem europäischen Herbst zu recht?

 

Es ist nicht zu schlecht. Für uns ist das wie Winter. In England war es fast so warm wie zu Hause. Wenn es Sommer in Australien wird fliegen wir zurück, das wird gut. Bei uns wird es höchstens 8 Grad. Kälter wird es nicht.

 

 

Throw Me In The River, euer neues Album, wird Ende Oktober veröffentlicht. Seid ihr zufrieden damit?

 

Wir haben uns mehr Zeit für die Aufnahmen genommen, als für die Alben davor. Fast zwei Monate hat es gedauert. Bei den anderen ging das alles in einer Woche. „Don’t fuck with our dreams“haben wir in drei Tagen aufgenommen. Früher hab ich an einem Tag die Gitarre eingespielt. Einmal verzerrt, einmal clean. Jetzt haben wir bei jedem Song etwas an dem Sound geändert. Man ist auch vertrauter damit, jeder versteht mehr und mehr davon. Du musst nicht mehr 15 Verstärker ausprobieren um zu wissen, welcher dir gefällt. Ich bin froh darüber, wie es geworden ist.

 

Ihr habt es in der Nähe zu einem National Park aufgenommen. Hatte das einen Einfluss auf euch?

 

In dem Dorf wohnen ungefähr 170 Leute. Es ist so klein und entspannend. Normalerweise nimmst du in einem kleinen verschwitzten Raum auf und nach 15 Stunden kommst du raus und drehst durch. Dort konnten wir einfach in den Garten gehen, rumlaufen und Kängurus vorbei hüpfen sehen. Es war sehr friedlich.

 

Jedes der Lieder ist an eine Stadt geknüpft. Was war die Intention dahinter?

 

Ich dachte, es wäre interessant. Ich schreib das auf, was ich sehe und benutzte nicht viele Metaphern. Die Orte an denen ich bin beeinflussen das worüber ich schreibe. Ich schreibe ständig an den Texten. Sogar jetzt hab ich 6 neue Lieder in meinem Handy für die ich noch keine Zeit hatte mich mit der Gitarre hinzusetzen und weiter zu machen.

 

Hast du eine Lieblingsstadt?

 

Es gibt so viele Städte. New York City auf jeden Fall, weil es einfach New York ist. Letztendlich ist es immer ein Privileg, dass wir überall spielen können. Egal ob es England, Amerika oder Deutschland ist. Es macht immer Spaß.

 

Magst du es nach den langen Tour nach Hause zu kommen? Oder ist Melbourne überhaupt noch dein Zuhause.

 

Für eine lange Zeit hat es sich nicht so angefühlt. Aber es haben sich Sachen verändert. Ich hab eine Freundin, ich bin umgezogen. Ich vermisse einige Sachen da. Aber ich kann es auch nicht abwarten nach New York City zu kommen und mir ein Stück Pizza zu holen. Wenn man so lange weg ist und wieder kommt fühlt es sich an als reist man durch seine eigene Stadt.

 

Eure Konzerte sind für den Schweiß bekannt. Ist es wichtig, dass Musik Energie transportiert?

 

Energie und Wahrhaftigkeit. Alles was ich höre geht direkt ins Gesicht und ist ehrlich. Manchmal ist komisch, weil Leute über Sachen singen, die man vielleicht nicht jedem erzählen würde. Aber das ist es, was ich an der Musik liebe. 

 

Autor: 
Tobias Siebert
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Smith Street Band - Surrender