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Bankenkrise, Finanzkrise, Schuldenkrise

Die aktuelle EU-Schuldenkrise ist nicht die einzige Krise, die wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten „durchleiden“ mussten. Sie ist verknüpft mit einer ganzen Reihe anderer Krisen wie beispielsweise der Asienkrise Ende der 1990er-Jahre, dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und der Subprime-Krise 2007.

 

US-Subprime und weltweite Bankenkrise
Seit Mitte 2007 setzen die Auswirkungen der US-Hypothekenmarktkrise die internationalen Finanzmärkte unter Druck. Ausgangspunkt war der amerikanische Immobilienmarkt, wo die Häuserpreise nach jahrelangem Boom eingebrochen waren. Die finanzierenden Banken mussten Milliardenbeträge abschreiben, weil einkommensschwache Hauskäufer – von niedrigen Zinsen und großzügiger Kreditvergabe angelockt – ihre Raten nicht mehr zahlen konnten und gleichzeitig das Geschäft mit riskanten US-Hypothekenkrediten in Schieflage geriet. Einen Höhepunkt erreichten die Auswirkungen an den Finanzmärkten im September 2008 mit der Lehman-Pleite.

 

Finanz- und Schuldenkrise
Die politische Antwort auf die geplatzte Immobilienblase in den USA und die dadurch ausgelöste globale Finanz- und Wirtschaftskrise war nahezu weltweit der Beginn einer staatlichen „Schuldenorgie“. Aufgrund der globalen wirtschaftlichen Verflechtungen waren die Staaten in Europa und die USA gezwungen, den Banken „unter die Arme zu greifen“; es folgten Konjunkturprogramme zur Stabilisierung und Förderung von Wachstum. Die Folge waren und sind noch immer stark gestiegene Staatsschulden. Darunter haben insbesondere Länder wie Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – die sogenannten PIIGS-Staaten – zu leiden. Sie müssen höhere Zinsen zahlen, um die überschuldeten Staatshaushalte zu finanzieren.

 

Auswirkungen und Folgen
Die aktuelle Staatsschuldenkrise verdeutlicht, dass viele Staaten in Europa – auch Deutschland – in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt haben. Die wichtigen Stabilitätskriterien von Maastricht, wonach die Neuverschuldung nicht höher als drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht höher als sechzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts sein dürfen, wurden vielfach von den Staaten missachtet. Wohin diese falsche Haushaltspolitik führte, wird insbesondere in Griechenland deutlich. Durch verschiedene Rettungsmaßnahmen der Eurogruppe, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank in Form von Bürgschaften, Krediten und Rettungsschirmen (EFSM und EFSF) wird versucht, die Schieflage zu korrigieren. Der Erfolg der Bemühungen bleibt abzuwarten. 

 

Fazit
Krisen gab es schon immer und wird es auch zukünftig immer wieder geben, darauf können und müssen wir uns einstellen. In Bezug auf die eigenen Sparprozesse heißt das, die eigenen Ziele klar zu definieren, in einen zeitlichen Rahmen zu bringen, zu quantifizieren und analog der eigenen Anlagementalität die passenden Produkte auszuwählen. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageprodukte (Tagesgeldkonto, Fonds, ETFs, Versicherungen, Immobilien, Edelmetalle, Beteiligungen) und Anlageklassen (Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe) ist – neben einer konsequenten und disziplinierten Anlagestrategie – zu empfehlen. Darüber hinaus ist die regelmäßige Überprüfung der gewählten Anlageformen ratsam.

Autor: 
Andreas Kissel
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