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Kostentransparenz in der Altersvorsorge

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger, um die finanziellen Lücken im Rentenalter zu schließen. Zur Ermittlung der persönlichen Versorgungslücke bedarf es einer detaillierten Bestandsaufnahme unter Berücksichtigung der bisher erworbenen Ansprüche und der einflussnehmenden Faktoren (Rendite, Risikoneigung, Verfügbarkeit, Steuer, Inflation). Aber welche Produkte eignen sich, die persönliche Versorgungslücke zu schließen?

 

 

Kostentransparenz
Die Bemühungen des Gesetzgebers, komplexe Anlageprodukte mit undurchsichtigen Kostenstrukturen mittels Reformen (MiFID und VVG) transparenter zu machen, sind richtig, gehen aber (noch) nicht weit genug. Einige Kosten bleiben den Anlegern weiterhin verborgen, da diese durch die Anbieter nicht explizit ausgewiesen werden müssen. Die Gesellschaften nutzen dabei kreative Gestaltungsmöglichkeiten, um Gebühren zu verdecken, so dass Kosten teilweise nicht mehr erkennbar sind oder ein Kostenvergleich unmöglich wird. Ein Beispiel: Im Bereich der offenen Investmentfonds geben die Kapitalanlagegesellschaften die sogenannte Total Expense Ratio (TER) oder auch Gesamtkostenquote an. Nicht berücksichtigt werden dabei die anfallenden Transaktionskosten, Performancegebühren und Ausgabeaufschläge.

 

Kostenarten
Je nach Produkt fallen unterschiedliche Kosten an: Abschlusskosten auf die Beitragssumme (Alphα-Kosten), Verwaltungskosten (Beta-Kosten), Kosten auf das gebildete Kapital (Gamma-Kosten) sowie Stückkosten (Kappa-Kosten). Ausgabeaufschlag, Kickbacks, Transaktionskosten, Management-, Performance-, Garantie- und Depotbankgebühren, Depotverwahrungskosten und weitere Positionen können darüber hinaus Kostenbestandteile sein. Die Aufzählung zeigt: Je komplexer ein Finanzprodukt, desto größer die Möglichkeiten von Kostenerhebungen und folglich teurer ist dieses für den Anleger. Angebotsberechnungen bleiben daher in den meisten Fällen ohne Aussagekraft, denn die ausgewiesenen Zahlen beinhalten oftmals nicht alle Kostenpositionen; ein wirklicher Vergleich ist so nicht möglich.

 

Rendite und Kosten
Die Höhe einer möglichen Versorgungsleistung aus einem Vertrag wird vor allem durch zwei Faktoren bestimmt: Rendite und Kosten. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau ist die Kostenbelastung ebenso bedeutsam wie die Portfolio-Strukturierung. Ein Beispiel: Werden von 100 Euro monatlicher Sparrate nach Abzug aller Kosten tatsächlich nur 85 Euro investiert, ergibt sich nach dreißig Jahren Laufzeit ein Endkapital von 83.260 Euro (gegenüber 97.953 Euro bei 100 Euro Sparrate), eine Differenz von 14.693 Euro oder mehr als 17,5 Prozent. Fazit: Je teurer ein Produkt, desto geringer ist seine Nettorendite und damit die mögliche Auszahlung. Der Renditeverlust ist umso größer, je länger die Laufzeit. Die zu erzielende Rendite eines Produktes hängt von der zugrundeliegenden Kapitalanlage und damit von der Wertentwicklung der Kapitalmärkte ab. Dabei gilt: Je höher die zu erwartende Rendite (z.B. Aktienfonds), desto höher die mit der Anlage verbundenen Risiken (z.B. Schwankungsintensität) und umgekehrt (z.B. Banksparplan).

 

Fazit
Kosten haben erhebliche Auswirkungen auf die Renditeerwartung, sind ebenso bedeutsam wie die Wahl der Kapitalanlage und haben indirekt Auswirkungen auf die Höhe der Sparrate. Denn je höher die Kostenbelastung, desto mehr Sparrate muss aufgewandt werden, um die bestehenden Versorgungslücken im Alter zu schließen. Mit Nettotarifen (Honorartarifen) ist eine kostengünstige und transparente Umsetzung möglich. Der frühzeitige Start ist sinnvoll und ist bereits mit kleinen Sparbeiträgen möglich.

Autor: 
Andreas Kissel
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