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Nachhaltig investieren: ökologisch, ethisch und sozial

Wenn Rendite nicht nur als reiner Geldgewinn betrachtet wird und man sein Geld nicht etwa in der Rüstungsindustrie anlegen will, empfehlen sich „grüne Geldanlagen“.  

 

Die Idee der „grünen Geldanlage“ hat in Deutschland ihre Wurzeln in der Umwelt-, Friedens- und Bürgerrechtsbewegung der 1980er Jahre. Durch die aktuellen Eindrücke und Auswirkungen der jüngsten Geschehnisse, wie der Finanz- und Wirtschaftskrise oder den Umweltkatastrophen von Fukushima und im Golf von Mexiko, findet bei vielen verstärkt ein Umdenken vom kurzfristigen Gewinnstreben zu einem nachhaltigen Investment statt.

 

Nachhaltigkeit
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde bereits vor über 300 Jahren formuliert und kommt ursprünglich aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Heute wird er in vielen Zusammenhängen genutzt – auch im Bereich der Geldanlage. Ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit nachhaltiger Geldanlagen. Diese gewinnen in einer globalisierten Welt – mit ausgeprägtem Leistungsdenken und Konsumverhalten –mehr und mehr an Bedeutung.

 

Anlageprozesse
„Nachhaltige Geldanlage“ ist die allgemeine Bezeichnung für nachhaltiges, verantwortliches, ethisches, soziales und ökologisches Investment. Die Frage der Mittelverwendung ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die Auswahl bzw. der Anlageprozess erfolgen nach unterschiedlichen Methoden: Auswahl nach Negativ- bzw. Ausschlusskriterien („Blacklist“), nach einer Positivauswahl („Whitelist“) oder dem sogenannten „Best-in-class“-Ansatz. Das Prinzip der Negativkriterien findet am häufigsten Anwendung. Waffen- und Rüstungsindustrie, Atomenergie, Gen-/Biotechnologie, Tierversuche, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen, Glücksspiel und Pornografie sind als typische Ausschlusskriterien zu nennen. Bei der Auswahl nach Positivkriterien werden positive Vorgaben gesetzt und Mindeststandards formuliert; beispielsweise nur Unternehmen aus bestimmten Bereichen wie der Umwelttechnologie oder Hersteller von Windkraft- oder Solaranlagen. Bei dem „Best-in-class“-Ansatz wird – unabhängig von branchen- oder produktspezifischer Negativ- oder Positivkriterien – in diejenigen Unternehmen investiert, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht die höchsten Standards setzen.

 

Anlageformen
Die Umsetzung nachhaltiger Geldanlagen kann praktisch mittels aller gängigen Finanzprodukte erfolgen. Im Bereich der Geldanlage beispielsweise über Investmentfonds, ETFs (Exchange Traded Funds), Beteiligungen oder geschlossene Fonds; als Altersvorsorgeprodukte mittels Rürup- (Basis-)Rente, Riester-Rente oder privaten Rentenversicherungen. Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie (auch Solarenergie genannt), Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie (auch Erdwärme genannt), Gezeitenenergie, Biomasse, Biogas, Bioethanol, Holz und Wald sind Themen möglicher Direktinvestments.

 

Fazit
In den letzten Jahren haben nachhaltige Geldanlagen stark an Bedeutung gewonnen. Nachhaltige Finanzprodukte sind – solange sie halten, was sie versprechen – insbesondere für Anleger interessant, die durch ihr Handeln mehr als eine rein monetäre Rendite erwirtschaften möchten. Eine verantwortungsbewusste Lebenseinstellung kann so auch in Sachen Finanzen umgesetzt werden, ohne dabei auf Rendite verzichten zu müssen.

 

Autor: 
Andreas Kissel
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