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Pro & Contra: Sodomie (STUZ 78, Apr. 06)
Große Debatten unserer Zeit werden nicht nur in den Feuilletons überregionaler Zeitungen geführt, sondern auch bei uns. Das Thema im April: Sodomie. Zwei STUZ-Redakteure beziehen Stellung.
Pro
Immer diese scheinheiligen Moralisten! Das ist wirklich unglaublich! Wir reden hier doch nicht über Vergewaltigung und brutalen Missbrauch. Vielmehr ist Sodomie die zärtliche und gefühlvolle Beziehung zu einem geliebten Tier, die sich hinter diesem so unangenehm klingenden Wort verbirgt. Und die soll falsch sein, ja gar unter Strafe verboten? Unsinn! Wo doch schon von Urmenschen solche zarten Bande überliefert sind, Höhlenmalereien belegen es. Zudem ist seit 1969, dem Jahr der großen Sexualrechtsreform, Sodomie nicht mehr strafbar. Damit hat der Gesetzgeber den rechtlichen Boden bereitet, der Tierliebhaber absichert. Leider schwirren in den Köpfen der Menschen aber immer noch viel zu viele Gespenster herum.
Man stellt sich explodierende Kleintiere vor und eklige fette alte Landwirte, die immer ganz dicht hinter ihren Kühen herlaufen. Und ruft laut: Das ist doch widerlich! Die müssen alle verhaftet werden! IN DEN KERKER MIT IHNEN!
Dabei ist die Gesetzeslage ganz klar. Tierquälerei ist natürlich verboten – nur beinhaltet Sodomie, wie ja eigentlich fast alle sexuellen Spielarten, nicht a priori auch die Gewaltanwendung. Vielmehr sollte man an die Schoßhündchen denken, die mit ihrer flinken Zunge schon seit hunderten von Jahren den Lebensabend von einsamen Damen versüßen, an neuseeländische Schafe, die ja bekanntlich alleine schon gar nicht mehr einschlafen können, so sehr sind sie den Menschen neben ihnen gewohnt, und an die rollige Katze, der man doch so leicht etwas Befriedigung und damit Freude verschaffen kann. Und ist das Tier gesund, freut sich der Mensch.
Es ist doch klar, die Sodomie wird von genau den Leuten verteufelt, die selbst nur schwer Beziehungen zu Tieren und Menschen aufbauen können, die mangels Sensibilität diese Nähe gar nicht erfahren können. Und die sind neidisch, neidisch auf das erfüllte Liebesleben der wenigen übrigen Menschen, die nicht in ihrem armseligen Trott vor sich hin vegetieren sondern die Wesen um sie herum genießen, so wie Gott sich das ja ursprünglich auch vorgestellt hat. Leben in Eintracht mit der Umwelt.Darum sage ich: liebt mehr Schafe, und führt weniger Kriege. Tut denen gutes, zu denen ihr euch hingezogen fühlt, statt irgendwelche Köpfe einzuschlagen.















