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Faire Preise statt Almosen

Das Symbol für fairen Handel findet sich heute auf Lebensmitteln, Spielwaren, Rosen und sogar Kondomen. Der Mainzer Weltladen Unterwegs ist Teil dieser besonderen Handelsphilosophie.

 

Rechts in Regalen liegen Kleider aus Alpakawolle, links Seife, Kondome und Körbe. Weiter hinten ragt ein Holzhocker in Form eines Elefanten von einem Regal, gegenüber Blechspielautos und Filztaschen. In der Mitte des Raumes gibt es Knabbereien, Weine und Kräuter. Auf den Etiketten sind Länder wie Madagaskar, Chile oder Bolivien zu lesen. Im „Weltladen Unterwegs“ ist man sprichwörtlich unterwegs auf Erkundung südlicher Gefilde.

Seit sie zum Studium nach Mainz kam, arbeitet Gifty Amo Antwi im Weltladen Unterwegs: „Der Weltladen ist ein Fachgeschäft für den fairen Handel, der besonders die Kleinproduzenten im Süden unterstützt.“ Angefangen hat die Geschichte des fairen Handels und der Weltläden in den 1970er Jahren. In den USA, Großbritannien, den Beneluxländern und Deutschland wurden Protestaktionen wie Hungersmärsche organisiert, die gegen die Ungerechtigkeit im Welthandel aufmerksam machten. Unter dem Motto: „Lernen durch Handeln“ wurde in Deutschland ein Aktionsbündnis beschlossen, das sich gegen die offizielle Entwicklungspolitik richtete und sich politische Bewusstseinsbildung zur Aufgabe setzte. Die 800 Weltläden sind ein Ergebnis aus dieser – laut dem Forum Fairer Handel e.V. – größten und aktivsten entwicklungspolitischen Bewegung Deutschlands.

 

Fair boomt
Gifty hat als Jugendliche in ihrem Heimatort in Niedersachen mit der ehrenamtlichen Arbeit in einem Eine-Welt-Laden angefangen. Fairer Handel sei in ihren Augen schon immer sinnvoll gewesen. „Ich halte nichts von Spenden oder davon irgendwo hinzufahren, um Leuten zu helfen. Da geht es immer von oben nach unten. Spenden lindern natürlich die Zustände nach Katastrophen, eine dauerhafte Existenz sichern sie aber nicht.“ Auch bei vielen Verbrauchern ist eine ähnliche Einstellung angekommen. Der faire Handel boomt seit einigen Jahren und zeigt eine jährliche Wachstumsrate zwischen zwanzig und dreißig Prozent auf. Der Zuwachs der vergangenen Jahre ist auch im Weltladen in Mainz zu spüren. Seit seiner Eröffnung 1988 kämen jedes Jahr mehr Kunden, erzählt Gifty.

Autor: 
Sandra-Katharina Groß
Ressort:
Magazin
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Zu lesen gibt's auch im Weltladen, zum Beispiel über Globalisierung.