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Keine Krise, keine Politik, einfach Kind sein

Das neue Stück der WishmobTheater e.V. "Die traurige Prinzessin" feiert am 25. Oktober im Haus der Jugend Premiere. Die STUZ hat sich mal auf einer Probe umgesehen.

 

"Hi. Mona", begrüßt mich Mona Riedel, Leiterin der freien Theatergruppe Wishmob e.V., und schüttelt mir freudig die Hand. Kurz darauf wird mir eine zweite, kleinere Hand von dem circa 9 Jahre alten Mädchen entgegengestreckt, welches mich selbstbewusst anlächelt und fragt: "Wer bist du?" Nachdem ich dann einigen neugierigen Gesichtern erklärt habe, was ich hier eigentlich mache, kann die Probe auch schon beginnen.

Seit drei Jahren erarbeitet die Gruppe für und mit Kindern Theaterstücke, seit einem Jahr auch mit Kindern aus Mainzer Flüchtlingsunterkünften. Natürlich müsse man zu Beginn überhaupt erst Kindern und Elternvermittelt, was in diesem Projekt überhaupt gemacht wird. Gar nicht so einfach. Doch nach einer ersten kleinen Weihnachtsaufführung letztes Jahr seien alle Zweifel beseitigt gewesen. Geprobt wird einmal die Woche, jetzt in den Ferien sogar jeden Tag. Die 14 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren müssen allerdings täglich von den Betreuern in der gemeinsamen Wohnstätte abgeholt werden, da dort gerade umgebaut wird. Der Ortswechsel habe allerdings auch seine Vorteile: "Dort gab es keine richtige Bühne, wenig Platz und natürlich war da immer ein unruhiges Kommen und Gehen. Wir haben Glück, dass der Raum hier im Haus der Jugend gerade verfügbar ist", erklärt Mona.

Das Prinzip des Vereins ist eine freie Arbeit als Kollektiv, die Kinder gestalten das Stück während der Proben mit und schaffen somit etwas ganz Eigenes. Bis auf ein Kind besuchen alle bereits die Schule. Obwohl manch einer aus der Truppe also schon lesen kann, wird vieles mündlich einstudiert. Ein wirkliches Skript gibt es nicht. Da komme es ganz auf die Gruppe an.

Die Kommunikation laufe völlig unproblematisch ab, denn der gemeinsame Nenner, bei so vielen verschiedenen Backgrounds, ist Deutsch. "Die Kinder lernen so schnell und übersetzen sich auch gegenseitig", schwärmt Mona. Jeder hilft jedem.

Hilfe, das ist das Stichwort. Denn die Betreuer arbeiten größtenteils Ehrenamtlich, gefördert wird das Projekt momentan von dem Ministerium für Integration & Migration sowie von der Friedrich-Ebert Stiftung. Ein Wunsch wäre die Erweiterung, mehrere und gemischte Gruppen. Aber dazu fehlt noch das Geld.

Woran es sicher nicht mangelt, ist Motivation und Spaß an der Sache, genau wie der Wille etwas zu schaffen und zu bewegen. Die Atmosphäre erinnert an ein Ferienlager, in dem Groß und Klein gemeinsam arbeiten, spielen und voneinander profitieren. Keine Krise, keine Politik, einfach Kind sein.

 

Beim Stück "Die traurige Prinzessin" geht es um eine Prinzessin, die plötzlich immer traurig ist und niemand weiß, warum. Es ist ein tolles Stück, um mit seinen Kindern hinzugehen.

 

Autor: 
Felicitas Lutz
Ressort:
Magazin
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