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„Stil hat auch immer mit Szene zu tun“

Mode findet seit langem nicht mehr nur auf Laufstegen und in der Vogue statt. Seit ein paar Jahren sind es vor allem Modeblogger, die Trends aufspüren und setzen. Die Mainzer Studentin Juliane Duft gehört mit ihrem Blog „Reigen“ zu den interessantesten Vertretern der Szene.

 

STUZ: Braucht Mainz mehr gut gekleidete Menschen?

Juliane: (lacht) Was für eine gemeine Frage! Mainz braucht sie nicht, es kommt eher darauf an, was die Stadt sein will. Es ist eine typische Studentenstadt und so sehen die Leute auch aus. In Berlin gibt es natürlich viel mehr interessant gekleidete Menschen. Da fehlt mir in Mainz einfach eine Szene. Plätze, von denen man sagen kann, da gehe ich jetzt hin und schaue mir interessante Leute an, was ich schon sehr gerne mache. Das geht am ehesten vielleicht noch in der Annabatterie. Ich meine damit auch insgesamt interessante Menschen, nicht nur auf Mode bezogen. Aber das drückt sich dann schon auch durch Kleidung aus.

 

Sollte es hier dennoch mehr Leute geben, die über Mode bloggen?

Ich weiß nicht, ob da man regional drüber sprechen kann. Es ist schon gut, dass es in Mainz langsam mehr Bewusstsein für Stil gibt. Dazu gehört auch, dass sich hier jetzt mehr kreative Büros für junge Menschen bilden, Partys organisiert werden. Für mich ist Stil auch immer mit Szene verbunden, oft auch mit Musik. Da hat auf jeden Fall eine Entwicklung stattgefunden. Ich finde es wichtig, dass sich etwas bewegt. Dadurch kommen dann auch die interessanten Leute. Das Schreiben darüber kommt dann eher danach und hat mit der Stadt auch manchmal nichts zu tun.

 

Worin bestand deine Motivation, ein Blog über Mode und Kunst zu starten?

Ich stand mit Anna, mit der ich das Blog zusammen betreibe, in einem ständigen Austausch über Fotos, Kleidung oder Musik – einfach jegliche Dinge, die uns gefallen. Zu dieser Zeit entdeckten wir als Leser die ersten Blogs für uns und wir dachten uns, dass wir aus unseren privaten Inspirationen auch ein Blog machen könnten, der eine Art Sammlungscharakter hätte. Über die Leser haben wir uns zu dem Zeitpunkt gar keine Gedanken gemacht, der Blog war in erster Linie nur etwas für uns.

 

Wie betreibt man ein erfolgreiches Modeblog und worauf sollte man achten?

Modeblogs haben einen unglaublichen Aufschwung erfahren. Früher gab es noch Blogs, die auch mit relativ schlechter Fotoqualität erfolgreich waren. Für ein seriöses Modeblog geht das heute nicht mehr. Es ist schon essentiell, eine gute Kamera zu haben und gute Bilder zu machen, weil es ja auch primär um das Visuelle geht. Zu Beginn haben auch die Bloggerinnen von „lesmads“ mit dem iPhone in der Umkleidekabine Bilder gemacht. Ich glaube, das ist heute eigentlich nicht mehr drin, wenn man länger dabei sein und ernst genommen werden möchte.

 

Welche Artikel funktionieren denn auf eurem Blog am besten?

Das sind ganz klar die persönlichen Einträge. Die Leser wollen durch das Schlüsselloch schauen und das Leben der anderen sehen. Wenn Anna ganz klassisch ein Outfit postet, werden diese Einträge am häufigsten geklickt. Die Leute interessieren eben ganz einfache Dinge und weniger Rezensionen oder ähnliches.

 

 

Autor: 
Susan Noll
Ressort:
Magazin
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Kommentare

OMG,

wenn die interessanteste Vertreterin der Mode-Blog-Szene in Mainz residiert,
dann hat sie:
a) entweder keine Inspiration nötig

b) ein immenses Budget für Reisen in Städte wo wirklich Karisma und Stil zu finden sind

oder c) einen Autor für diese PR-Maßnahme gewählt, der ein größeres Budget für Reisen in oben genannte Städte nötig hat, um Menschen mit Horizont mehr als nur zu belustigen.