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Zahlen bitte!

Die Reinigung der Straßen und Gehwege wird erhöht, Wiesbaden wird sauberer.

 

Tja liebe Wiesbadener, das kommt dabei heraus, wenn man sich an der scheinbar so harmlosen Bürgerumfrage „Wie lebt es sich in Wiesbaden?“ beteiligt und ohne die möglichen Konsequenzen zu beachten rumklickt.

Ergebnis: 77 Prozent der Wiesbadener wünschen sich sauberere Straßen. Die Rechnung gibt es jetzt. Ein neues Reinigungssystem wird eingeführt. Seit Januar dieses Jahres in der Stufe eins, ab 2017 dann in der Stufe zwei.

Die Reinigung der Straßen und Gehwege wird erhöht, Wiesbaden wird sauberer.

Dummerweise steigen aber auch die Gebühren. Laut Stadt von 11,25 Millionen Euro auf 16,3 Millionen Euro. Diese Steigerung wird selbstredend zum größten Teil auf die Grundbesitzer umgelegt, die diese wiederum an ihre Mieter weitergeben könnten. Die Stadt wird (vielleicht) sauberer, Wohnen aber mit Sicherheit teurer.

Jetzt scheinen die Bürger dieser Stadt das auch verstanden zu haben. Sauberere Straßen gibt es nun mal nicht zum Nulltarif. Und Herrn Franz (CDU), Ordnungsdezernent der Stadt, schlägt nun Gegenwind aus der Bevölkerung den Ortsbeiräten und der Opposition im Stadtparlament entgegen.

Und das kurz vor der Kommunalwahl.

Also wird jetzt fleißig plakatiert. Die „ELW“ (Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden) erinnert die Wiesbadener jetzt an diversen Mülleimern der Stadt daran, dass 77 Prozent der Teilnehmer der Umfrage so blöd waren und sich nicht um die Folgen ihrer Beteiligung gekümmert haben.

Zur Entschuldigung der Teilnehmer muss man sagen, dass in dieser Umfrage das Thema Sauberkeit zur Auswahl gestellt und gefragt wurde, welche Wichtigkeit den Bürgern dieser Aspekt hat. Das Ergebnis war vorhersehbar …

Hinter dieser Kampagne könnte aber vor allem ein nervöser Ordnungsdezernent stehen, der noch schnell ein paar Kröten aus dem städtischen Haushalt zusammengekratzt hat und versucht, seinen neusten, genialen Coup mit dem Ergebnis der Bürgerbeteiligung zu rechtfertigen.

Liebe Wiesbadener, mir bleibt zu hoffen, dass ihr bei den nächsten „Wie lebt es sich in Wiesbaden?“- Umfragen das Thema Sauberkeit nicht allzu ernst nehmt und dass ihr Herrn Franz am 6. März für diese Aktion die Quittung verpasst.

Autor: 
Daniel Roth
Ressort:
Magazin
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