Just zum Anbruch der fünften Jahreszeit hat sich Rainald Rampensau Grebe nach Mainz gesellt, um seine ganz persönliche Fassenacht zu feiern. Zusammen mit dem Orchester der Versöhnung füllte er die Phönixhalle mit Skurrilität und Chaos. Aber einem äußerst kreativen und lustvollen Chaos.
„Fick dich, ich geh nach Haus.“ Wenn ein Kabarettist sein Pogramm mit diesen Worten beendet und der Besucher sich dabei auch noch herrlich unterhalten und auf eine besondere Weise auch sehr berührt fühlt, dann hat er entweder Freude an Beleidigungen – oder er muss bei Tilman Birr gewesen sein.
Die politische Klasse fürchtet das Kabarett heute nicht mehr, sondern nutzt die Satire zur selbstironischen Eigenwerbung und konterkariert damit dessen eigentlichen Zweck. Ist Kabarett nur noch Comedy in ausverkauften Fußballarenen? In Mainz gibt es zwei Orte, die die kleinkünstlerischen Fahnen hochhalten.