Lade

Tippen zum Suchen

Kultur

„Songs müssen immer eine Spur scheiße bleiben“

Teilen

Donots-Frontmann Ingo Knollmann hat uns erzählt, was die Band von Lampenfieber hält und worauf es bei einem guten Punk-Rock-Song ankommt.

Auch für die Donots ist im Sommer Festival-Saison. So tretet ihr auch beim Da Capo in Alzey auf. Worauf können sich die Fans bei eurer Show freuen?
Anfang des Jahres haben wir unser neues Album „Lauter als Bomben“ herausgebracht. Besonders viel Spass macht es uns dabei, die alten englischen Drummer-Songs mit Deutschen zu mixen. Deshalb können sich die Fans auf einen „Bunten Blumenstrauß aus Sportgitarre, Schweiß
und Spucke“ freuen.

Habt ihr nach 25 Jahren Bühnenpräsenz immer noch Lampenfieber und was ist euer Heilmittel dagegen?
Auf jeden Fall. Es darf niemals zur Routine werden, sonst würden wir einen Haken hinter diese Bandsache setzen und damit aufhören. Wenn man vorher auf einer Power-Point-Präsentation festlegt, wer wann dran ist, dann hat es nicht mehr viel mit einer guten Punk-Rock-Show zu tun. Es muss daher immer ein Gefühl von Ungeplantheit in der Luft liegen und dem Moment geschuldet sein. Normalerweise haftet an diesem Wort immer etwas Negatives. Wir haben aber diesen ins Positive gedreht und sagen uns: „Geil, jetzt geht es los.“ Wir haben immer noch – nach 1.000 gespielten Konzerten – den Sportsgeist, dass das jetzige Konzert das Beste sein muss. Wir gehen stets davon aus, dass alles gut geht. Die besten Konzerte sind stets die, die – zum Beispiel nach einem Stromausfall – eine Eigendynamik bekommen. Die machen besonders viel Spaß und das Lampenfieber ist auch schnell verflogen.

Habt ihr vor jedem Auftritt ein bestimmtes Ritual, das ihr zelebriert?
Wir haben so eine Art bandinternes Ritual, wie einen imaginären Gott anbeten. Aber ansonsten gibt es bei uns kein bestimmtes Ritual. Wir machen das, was wahrscheinlich die meisten Bands so vor einem Auftritt tun, wir spielen und singen uns warm und genehmigen uns noch so ein, zwei Biere und dann geht’s ab auf die Bühne.

Was macht für euch einen guten Punk- oder Rock-Song aus?
Von Vorteil sind stets eine gute Hookline und ein super Text. Doch das Nonplusultra ist: Die Songs dürfen nicht perfekt sein. Sie müssen immer eine Spur scheiße bleiben. Der Punk und der Rock leben von den nicht so perfekten Zwischentönen. In den gespielten Riffs muss immer eine Spur Dreck drin sein. Hinter ihnen darf eine Power stecken, die das Gefühl vermittelt, dass die Akkorde möglicherweise auch schlecht gespielt sind.

Das Da Capo Open Air im Schlosshof Alzey findet vom 26. bis 29. Juli statt. Die Donots spielen am 27. Juli um 20 Uhr.

Tags:

Auch interessant