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Musik macht Mainz

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Musikalische Diversität hörbar machen und dabei mit einer gemeinsamen Stimme sprechen – die musikszene mainz ist neu in der Musikszene Mainz.

Im verrauchten „Wohnzimmer“ platzieren die Rapper*innen gelungene Punchlines auf und zwischen den Beats, auf der Terrasse streicht und bläst ein Orchester, unterwegs zu jazzigen Klängen im Clubraum verzaubert ein klassischer Chor das bunt gemischte Publikum von einer Wendeltreppe aus. Wann und wo es solche Veranstaltungen gibt? Ganz in deiner Nähe und vermutlich bald öfter. Die musikszene mainz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die musikalische Vielfalt der Stadt sichtbar zu machen und zu fördern.
Alles began Ende des Jahres 2016: Die Stadt hatte im Rahmen des Kulturentwicklungskonzepts verschiedene Akteur*innen der Mainzer Musikbranche zu Workshops eingeladen. Zusammen wurde überlegt: Wie ist die musikalische Lage in Mainz, was fehlt und wo soll es hingehen?
Angeregt von diesen Treffen fanden sich Anfang 2017 eine Hand voll engagierter Leute zusammen. Dabei sollte es nicht bleiben, das Netzwerk wuchs schnell und tut dies bis heute. Was sie vereint? „Bei allen Akteuren schlägt das Herz für die Musik und die Frage, wie man sie voranbringen kann“, so Norbert Schön. Gemeinsam mit Nora Weisbrod koordiniert und vertritt er das vollständig ehrenamtlich arbeitende freie Netzwerk. Man teilt die gleiche Leidenschaft, lernt sich kennen, spricht Probleme an, findet Mitstreiter*innen und entwickelt gemeinsam kreative Lösungen. Darüber hinaus ist es hilfreich andere Perspektiven kennenzulernen. Ziel dabei ist, Musikschaffende genretechnisch bunt gemischt und aus verschiedensten Bereichen der Branche zusammenzubringen. Zu den Mitgliedern gehören Bands, Musiker*innen, Orchester und Chöre, Clubbetreiber*innen und Veranstaltungsmanager*innen sowie verschiedene Vereine und Institutionen.

Kick-off und politische Ebene

Ende Juni war es dann soweit: Das Netzwerk präsentierte sich zum ersten Mal mit einem äußerst abwechslungsreichen Programm der Öffentlichkeit. Die eingangs beschriebenen Szenen konnte man in ähnlicher Weise bei diesem Kick-off-Konzert erleben. Hier zeigte sich das vorhandene Potenzial.
Neben den mehr oder weniger unmittelbar künstlerischen Bereichen wirkt die musikszene mainz auch im politischen Feld. Denn auch den Musiker*innen und Veranstalter*innen bereitet die allgegenwärtige Gentrifizierung Probleme: Mietpreise steigen, Proberäume und auch Konzerträumlichkeiten sind bereits knapp, eine Verschärfung der Situation ist wahrscheinlich – falls Gegenwehr ausbleibt. Umso wichtiger ist es sich zu organisieren, um auch politisch mit einer Stimme sprechen zu können und den eigenen Anliegen Gewicht zu verleihen. Konkret umgesetzt wurde bisher etwa eine Veranstaltung mit den OB-Kandidat*innen zum Thema „Musikstadt Mainz?!“. Zentrale Frage hierbei war: Wie kann die Situation der Musiklandschaft in Mainz auf verschiedenen Ebenen verbessert werden? Neben den oben genannten Themen wurde auch über die Reduzierung städtischer Auflagen (Stichwort: Vergnügungssteuer) diskutiert. Auf der gut besuchten Veranstaltung zeigten alle Kandidat*innen Interesse, die Musiklandschaft in Mainz zu unterstützen.

Musikszene (in) Mainz mitgestalten

Der Grundstein ist gelegt: es gibt ein vorangeschrittenes Netzwerk, einen Namen und eine Website. Das Kick-off Konzert und die OB-Wahlveranstaltung haben einen guten Eindruck hinterlassen. Nun können weitere Projekte angegangen werden. Dabei gilt weiterhin: Das Netzwerk befindet sich im Aufbau. Strukturen entstehen neu oder verändern sich. Auch über eine Vereinsgründung wird nachgedacht.
Viele verschiedene Perspektiven fließen bereits ein, weitere sind ausdrücklich willkommen. Aktuell finden die offenen Treffen im Sechs- bis Achtwochenrhythmus statt, meist im Atelier Christiane Schauder. Interessierte sind eingeladen teilzunehmen und dieses Projekt mitzugestalten, Kontakt: hallo@musik-szene-mainz.de.
Nach dem erfolgreichen Kick-off-Konzert haben Veranstalter*innen, Musiker*innen und Besucher*innen natürlich Lust auf mehr. „Wir arbeiten an der Umsetzung einer neuen Idee“, kündigt Norbert Schön an, möchte aber mehr noch nicht verraten. Es bleibt also spannend rund um die musikszene mainz.

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