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Finetuning ohne Spektakel

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Die Hochschule Mainz hat eine neue Präsidentin. Die Psychologin Susanne Weissman beerbt den Ingenieur Gerhard Muth.

Das Aufregenste geschieht noch vor Beginn der offiziellen Pressekonferenz: Das übliche Shake-hands fällt aus. Der Grund: Corona natürlich. Die Ängstlichen vermeiden dann auch den Griff zur Kaffeekanne.

Ansonsten zwar Neuigkeiten von Rang – die neue Präsidentin der Hochschule Mainz stellt sich vor – aber ohne Überraschungen. „Ich werde nichts auf den Kopf stellen“, stellt Prof. Dr. Susanne Weissman recht früh klar. Warum auch, hat doch Vorgänger Prof. Dr. Ing. Gerhard Muth eine wachsende und gedeihende Hochschule hinterlassen. Gerade wurden die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt der Hochschulerweiterung begonnen. Natürlich brennt auch Weissman für das Projekt. Die Hochschulstandorte sollen sich in drei Jahren gesammelt am Standort Lucy-Hillenbrand-Straße befinden. Derzeit residieren die Fachbereiche Technik und Gestaltung noch an den Standorten Holz- und Wallstraße. Mit dem LUX in der Ludwigstraße behält die Hochschule einen letzten Standort in der City, denn es sei „extrem wichtig, in der Stadt präsent zu sein“, so Weissman. Die Hochschule solle ein Ort der Kultur sein und müsse besucht werden können. Aufgrund der angelaufenen Projekte bleibt Ex-Präsident Muth beratend an der Seite seiner Nachfolgerin, aber „nicht als Strippenzieher“, wie er betont. Als weitere wichtige Themen nennt Weissman Personalentwicklung und Digitalisierung. Die Hochschule müsse ein attraktiver Arbeitgeber sein, schreibt sie sich als Ziel auf die Fahnen. In den meisten Angelegenheiten sei jedoch lediglich „Finetuning“ nötig – nichts auf den Kopf stellen eben.

Susanne Weissman und Gerhard Muth

Bemerkenswert ist, dass die Hochschule Mainz nun die deutschlandweit erste Hochschule mit komplett weiblicher Führungsetage ist. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein feministisches Statement. Es hat sich so ergeben. Dass Susanne Weissman als Psychologin einem Fachgebiet verhaftet ist, das im Studienangebot ihrer Hochschule gar nicht auftaucht, sieht sie als Vorteil: „Ich habe den gleichen fachlichen Abstand zu allen.“ Und bezeichnet sich als Anhängerin von Netzwerken. Kooperationen mit anderen Hochschulen wie der JGU, der TU Darmstadt oder der Frankfurt School of Finance sollen ausgebaut werden.

Bleibt noch die Frage, wie es denn ist, ein solches Amt in Zeiten von Rechtsterror und Coronagefahr zu übernehmen? Ein ernstes Thema. Hinsichtlich Corona stehe man im Austausch mit dem Ministerium. Was Amokgefahr angehe, bringt Susanne Weissman sogar Expertise mit, hat in Nürnberg das Bedrohungsmanagement mit aufgebaut, Schwerpunkt: Prävention. Hier schließt sich der Kreis zum Verzicht aufs Händeschütteln.

Wir gratulieren und wünschen Prof. Susanne Weissman alles Gute für ihre Präsidentinnenschaft.

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