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Berufliche Chancen in Corona-Zeiten

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In der Krise sollten Betriebe auf Aus- und Weiterbildung setzen. Qualifizierung auch während Kurzarbeit.

von Sabine Asmis

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben den Arbeitsmarkt schwer belastet. Die Zahl der offenen Stellen ist eingebrochen, die der Jobsuchenden gestiegen. Auch wenn die Konjunktur sich erholt, braucht es vermutlich eine längere Zeit als erwartet, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Auf dem Weg zu alter Stärke werden gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Damit rücken auch altbekannte Probleme wieder mehr in den Fokus. „Der Fachkräftemangel wird uns aller Voraussicht nach länger beschäftigen als die Pandemie“, erklärt Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Mainzer Arbeitsagentur.
Deshalb ist es wichtig, gerade jetzt die Themen Ausbildung und Weiterbildung in den Fokus zu stellen. Die Betriebe der Region zeigen
zwar weiter hohe Ausbildungsbereitschaft, allerdings bedarf es in diesem Jahr noch größerer Anstrengungen und vor allem auch kreativer Lösungen, um die Bewerber zu den Stellen zu bringen.

Weiterbildung von Beschäftigten wird gefördert.

Das Qualifizierungschancengesetz, eingeführt Anfang 2019, bietet Betrieben weitergehende Fördermöglichkeiten sowohl für die Weiterbildungskosten als auch Lohnkosten. Im Jahr 2019 konnten so 150 Weiterbildungen von Beschäftigten durch die Agentur für Arbeit Mainz gefördert werden. Unter anderem betraf das externe Prüfungen als Maschinen- und Anlagenführer, Produktionsfachkraft Chemie, Schweißerscheine oder den Führerschein für den Güterverkehr bis hin zu staatlich geprüften Altenpflegern. Im ersten Halbjahr 20 sank die Zahl auf knapp 50 Förderungen. „Corona hat auch bei den Weiterbildungen quasi als Bremse gewirkt“, so Strack. Inzwischen werden viele Weiterbildungen online angeboten und sind damit attraktiver beispielsweise für Arbeitnehmer in Kurzarbeit! Für Betriebe ist das aus einem weiteren Grunde interessant, da die Hälfte der Kosten für die Sozialversicherung erstattet werden. Das spielt vor allem in der Zukunft, nach Ablauf der speziellen Corona-Kurzarbeiterregel, eine entscheidende Rolle. Eine förderbare Weiterbildung muss mindestens 120 Unterrichtseinheiten umfassen. Das Thema Qualifikation spielt gerade bei Arbeitslosen eine Rolle. Von rund 16000 in Mainz
arbeitslos Gemeldeten im März waren über die Hälfte ohne Berufsausbildung. Jedoch waren nur 20 Prozent der offenen Stellen als „Helferjobs“ ausgewiesen. Vor allem bei den Gesundheitsberufen, im Bereich der Mechatronik, Energie und Elektronik, im Verkehrs- und Logistiksektor sowie in der Metallerzeugung entfiel nur ein geringer Teil der Stellenangebote auf Hilfskräfte. Die Arbeitsagentur setzt deshalb schon lange verstärkt auf Qualifizierungsangebote. Strack: „Auch unter den Beschäftigten gibt es ein großes Qualifizierungspotenzial, das die Betriebe nutzen sollten, auch und gerade in der Krise.“

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