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Gesellschaft

Crime 261

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Von leichter Beute und schweren Jungs, oft nicht witzig und häufig zum Schießen: Wir präsentieren die Top-Verbrechen aus dem STUZ-Gebiet.

Das Wort Spritztour, wer hätte das gewusst, entstammt der Studentensprache des 18. Jahrhunderts und bezeichnet bis heute, das ist schon eher bekannt, einen spontanen Ausflug. Heute steht der Begriff der Spritztour für „einen kurzen Ausflug mit einem Auto oder Motorrad zum Vergnügen ohne besonderes oder festgelegtes Ziel“, weiß Wikipedia. Und vergnügen möchten sich nicht nur rechtschaffene Bürger*innen. Auch unter Outlaws ist die Spritztour ein gefragtes Mittel, dem Alltag gewissermaßen davonzufahren, wozu ein profaner Spaziergang nicht ausreicht und es eines Fahrzeugs bedarf.

„Das beschädigte Zweirad und der Fahrer des ebenfalls beschädigten Autos wurden am Unfallort zurückgelassen.“

Zum Beispiel einen Roller. Einen solchen möchten zwei junge Männer bei Tagesanbruch in Mainz-Gonsenheim entwenden, verursachen dabei jedoch ein lautes Geräusch, so dass die Nachbarschaft sich rührt und die Polizei verständigt. Einen 18-Jährigen greifen sich die Cops sofort. Ein 21-Jähriger schließt den Roller actionfilmmäßig in letzter Sekunde kurz und fährt los, verliert aber beim Umkurven einer Polizistin die Kontrolle und brettert in einen Smart – das Ende einer kurzen Spritztour. „Da am Tatort Feuerwerkskörper und ein brennender Joint gefunden wurden, wird zunächst wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, das Betäubungsmittelgesetz, Rollerdiebstahl, Unfallflucht und Widerstand gegen beide Personen ermittelt.“

Nicht besser ergeht es zwei Wiesbadenern, die mit einem geklauten Roller die Vorfahrt eines Pkw missachten und einen Unfall verursachen. Zu Fuß setzen sie ihre Spritztour fort. „Das beschädigte Zweirad und der Fahrer des ebenfalls beschädigten Autos wurden am Unfallort zurückgelassen.“ Der 23-jährige Crashpilot muss verletzt im Krankenhaus behandelt werden und geht den Ermittelnden schnell ins Netz.

Ein ungehaltener, bedrohlich wirkender Mann verängstigt Menschen an einer Tankstelle in Mainz-Mombach Personal und Kundschaft gleichermaßen, so dass sich diese im Verkaufsraum einschließen und die Polizei rufen. Der Zornige nutzt die Situation und entwendet einen an der Zapfsäule stehenden Benz. Seine Spritztour endet auf einer Autobahn in Hessen – mit plattgefahrenem Reifen und stark alkoholisiert.

„Der 16 Jahre alte Fahrzeugführer aus Wiesbaden konnte naturgemäß keine Fahrerlaubnis vorweisen.“

Diebstahl ist womöglich keine gute Ausgangssituation für eine Spritztour. Da könnte es klüger sein, sich das Fahrzeug einfach auszuleihen. Zum Beispiel von nahen Verwandten. Als ein 22-Jähriger in Nieder-Olm einer Verkehrskontrolle unterzogen werden soll, beschleunigt er zunächst, bleibt dann jedoch stehen und ergibt sich seinem Schicksal. „Gegenüber den Beamten gab der 22-Jährige an, dass er keine Fahrerlaubnis besitze und ohne das Wissen seiner Eltern mit dem Fahrzeug unterwegs ist. Durch einen Anruf bei der Mutter konnte die Situation bestätigt werden.“ Der Sohn muss seinen Weg zu Fuß fortsetzen.

Ähnlich endet die Spritztour einer vierköpfigen Gang. Die wird am Bahnhof Kastel von den Cops gestellt. „Der 16 Jahre alte Fahrzeugführer aus Wiesbaden konnte naturgemäß keine Fahrerlaubnis vorweisen.“ Und steht auch noch unter dem Einfluss von Kokain und THC. Dieser Sohn muss indessen nicht nach Hause laufen, sondern wird nach der Blutentnahme zu seinen Eltern gebracht. Was für ein Service.

„Da er die Toilette nicht ausreichend sicherte, rutschte diese von seiner Schaufel und fiel auf ein geparktes Fahrzeug.“

Es kristallisiert sich heraus: Ein Führerschein ist ein Kernbestandteil der gelingenden Spritztour. Besser also, einen zu erwerben. Doch auch hier lauern Fallen: „Der Mitarbeiter einer Prüfstelle meldete am Montag der Polizei, dass sich ein Mann mit fremdem Personalausweis ausgewiesen haben und nun unter dem falschen Namen die theoretische Führerscheinprüfung durchführen wollte.“ Heikel. Die Polizisten teilen dem Täter mit, dass das so nicht funktioniert. Der 42-Jährige muss seine richtigen Personalien rausrücken. „Als ihm eröffnet wurde, dass er sich strafbar gemacht hat, ergriff er fußläufig die Flucht.“ Dabei verletzt er sich an Hand und Nase. Statt an der Führerscheinprüfung nimmt er an einem Rettungswageneinsatz teil.

Stichwort Einsatz: Den zeigt ein Radladerfahrer in Nieder-Hilbersheim. Tatendurstig lädt er eine mobile Toilette – im Straßenjargon Dixiklo genannt – auf die Schaufel seines Gefährts, um das Örtchen an einen anderen Ort zu transportieren. „Da er die Toilette nicht ausreichend sicherte, rutschte diese von seiner Schaufel und fiel auf ein geparktes Fahrzeug. Statt selbst die Polizei zu rufen und sich um den Schaden zu kümmern, lud der Radladerfahrer die Toilette erneut auf seine Schaufel und setzte die Fahrt fort.“ Eine Zeugin meldete dies der Polizei. Schöne Scheiße.

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