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Jetzt heißt es trödeln und feilschen

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Hofflohmärkte erfreuen sich großer Beliebtheit. In Mainz finden die nacheinander in allen Stadtteilen statt. Die Idee der Hofflohmärkte stammt vom Münchner René Götz.

Die Sonne lacht, der Frühjahrsputz ist durch und in den Kisten und Kästen sammeln sich all die netten Sachen, die man mit viel Zögern und letztlich mit Entschlossenheit aussortiert hat. Wegschmeißen ist doof, free your stuff zu voll mit unfreundlichen Menschen und nun ernsthaft das alles fotografieren und über Auktionsplattformen für einen Euro versteigern, dann das Päckchen packen und mit DHL in eine andere Stadt schicken, damit dort von unterbezahlten Paketboten Fahrradwege zugeparkt werden? Ne, ne, ne! War das die Intention von René Götz, als er vor 15 Jahren mit seinen Hofflohmärkten in München startete? „Eher nicht,“ sagt René, „soweit habe ich gar nicht gedacht. Es war ein reines Nachbarschaftsprojekt.“ Das wurde allerdings schnell sehr populär. René steuerte das Ganze dann für die kommenden zehn Jahre in München. Das Prinzip ist hierbei denkbar einfach: Bei den Hofflohmärkten verkaufen Hausbewohner im eigenen Hof oder Garten an einem gemeinschaftlichen Tag – und das ganze Viertel trödelt mit. In Mainz machen 2019 alle Stadtteile mit!

Das Flanieren, Stöbern und Feilschen hat einen Wert an sich. Es ergänzt unsere Konsumwelt um eine spontane Vielfalt, die man vorher noch nicht erahnen kann. Es ist ressourcenschonend, sich mit gebrauchten Artikeln einzudecken, es ist spannend und bildend, da man Historisches und Unbekanntes kennen lernt. Es ist letztlich ebenso unterhaltsam wie Nachhaltig und in der Regel immer günstig. Daran mag es auch liegen, dass bisweilen ganze Fußgängerscharen durch die Wohngebiete schlendern. René reüssiert: „Als ich damit anfing, vor 15 Jahren, sagte man noch, Flohmärkte sind tot weil ebay viel moderner ist. Ich wollte das nie glauben, da ich das Trödelflair immer auch als Ereignis begriffen habe.“ Vintage, Shabbychic, Nachhaltig, Achtsamkeit und so weiter. Der Flohmarkttrend hat viele Begriffe und alle sind auch Teil einer Shared Economy. Besitzen kann man Dinge, solange man sie nutzt. Danach gibt man sie weiter und erhöht damit ihren Nutzwert. Egal ob Möbelstücke, Rührschüsseln oder irgendwelche Elektronik – man reduziert unseren irrsinnigen Ressourcenverbrauch und konsumiert irgendwie trotzdem. Nur eben schonender, viel spaßiger und meist sogar irgendwie individueller.

Erst im Jahr 2015 gab René dem Wunsch von Freunden nach und erweiterte seinen Wirkungskreis um andere Städte. So kam es, dass er 2018 in Mainz seine Premiere feierte. Auch hier waren es Bekannte, die ihn baten Hofflohmärkte zu veranstalten. Um die Sache in Mainz anzukurbeln, fielen vorerst keinerlei Gebühren für die teilnehmenden Häuser an.
Organisatorisch gibt es neben einer Anmeldung pro Haus nur einige Regeln zu befolgen. Zudem rät René: „Um nicht alleine im Hof zu stehen, empfehle ich nach der Anmeldung immer einen Aushang im Haus zu machen oder die Nachbarn anzusprechen. Vielleicht lässt sich so die „vor-Ort“-Organisation am Hofflohmärkte-Tag besser planen und die Hausgemeinschaft stärken.“

Renés Testgelände ist München. Dort hat er die die Hofflohmärkte schon um die Idee der Hofgesellschaften (www.hofgesellschaften.de) erweitert. Bei den Hofgesellschaften machen Hausanwohner ihren Hof zur bunten Bühne mit Melodien, Handwerk, Spiel & Spaß und „Wundertüten“. Für alle Mitmacher und Ideen ist René sehr dankbar und freut sich auf tatkräftige Unterstützung. Also: Termine anschauen, Verkaufsstand checken und vielleicht geht sogar noch ein kleines Rahmenprogramm?

So sind die Regeln :
Infos allgemein finden sich auf: www.hofflohmaerkte.de

Die Anmeldung für den eigenen Hof oder Garten via www.hofflohmaerkte-mainz.de ist dieses Jahr kostenfrei. Somit kann jede Hausgemeinschaft das Projekt ausprobieren und selber live erleben.

• Hausverwaltung/Eigentümer müssen zustimmen
• Verkauf nur im „eigenen“ Hof oder Garten und auf privater Fläche
• kein Verkauf auf Gehwegen und öffentlichen Flächen
• Verkauf nur von privat, gewerbliche Verkäufer sind ausgeschlossen
• der Initiator (René Götz) übernimmt keine Haftung für Schäden jeglicher Art
• jeder Teilnehmer ist für seinen Hof / Garten selbst verantwortlich

..Müll Vermeiden und wenn er anfällt sachgerecht entsorgen.

Besucher sollen Taschen und Beutel mitbringen.
Die Hofflohmärkte finden bei jedem Wetter statt.

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