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CRIME im Juli/August

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Von leichter Beute und schweren Jungs, oft nicht witzig und häufig zum Schießen: Wir präsentieren die Top-Verbrechen aus dem STUZ-Gebiet.

Es herrscht Krieg auf Deutschlands Straßen. Die Geländewägen werden noch größer und noch breiter. Die Gummianzüge der Rennradfahrer werden noch enger. Der Sauerstoffmangel unter den Motorradhelmen wird noch erheblicher. Und unsere Rubrik „Eskalierende Verkehrsteilnehmer*innen und was für harten Scheiß sie so bringen“ (oder so ähnlich) gewinnt zusehends an Brisanz und Aktualität.

Tatort Wiesbaden, Juister Straße. Weil ihm zwei Radfahrer auf der Busspur entgegenkommen, hupt ein Busfahrer. Das stößt den 25- und 36-Jährigen dermaßen sauer auf, dass sie zunächst ein Eis auf die Frontscheibe werfen, dann den Bus mit Faustschlägen traktieren und schließlich noch ein weiteres Eis in den Innenraum des Busses werfen. Wie die Cops später rausfinden, stehen die beiden Aggressoren unter Drogeneinfluss – sie sollten wohl besser andere nehmen.

„Mehrere Einsätze wegen Aggressionen im Straßenverkehr hatte die Polizei Mainz am gestrigen Tag zu verzeichnen“

Auf der anderen Rheinseite scheint’s nicht friedlicher zuzugehen. In einer milden Juninacht wenden sich mehrere Leute an die Polizei. Ein auffälliger weißer Sportwagen sei die Kaiserstraße nun schon mehrmals „mit erkennbar zu hoher Geschwindigkeit hoch- und runtergefahren“. Und: „Der Motor sei dabei deutlich hörbar sehr hoch gedreht worden.“ So machen Profis auf sich aufmerksam. Als die Ordnungshüter den Aufmerksamkeitsjunkie stellen, wirkt er so nervös, dass ein Drogenschnelltest durchgeführt wird – und positiv ausgeht. Genau so schafft man es in unsere Rubrik Crime. Maximum an Aufmerksamkeit erreicht: check.

Selbe Stadt, ein Tag zuvor: „Mehrere Einsätze wegen Aggressionen im Straßenverkehr hatte die Polizei Mainz am gestrigen Tag zu verzeichnen“, notiert die Pressestelle der Exekutive. Nachmittags steigt ein „muskulöser, großer Mann mit blonden Haaren“ aus seinem Auto und prügelt auf die Seitenscheibe eines Busses ein. „Dabei schreit er wütend und beleidigt den Fahrer.“ Die Scheibe geht auch kaputt.

„Dabei steigert der Mann sich so in seine Wut, dass er den 31-jährigen Mainzer tritt und schlägt und dadurch seine Pizza zu Boden fällt.“

Abends dann verfolgt ein 54-Jähriger einen 31-Jährigen bis nach Hause und stellt ihn dort zur Rede, warum er so schnell gefahren sei. „Dabei steigert der Mann sich so in seine Wut, dass er den 31-jährigen Mainzer tritt und schlägt und dadurch seine Pizza zu Boden fällt.“ Das darf man natürlich nicht, Konsequenz: ein Strafverfahren.

Dann mal wieder Motorsport, natürlich illegaler. Bei einem mutmaßlichen Rennen über die Peter-Altmeier-Allee verliert ein 26-Jähriger die Kontrolle über seinen Passat und crasht eine Straßenlaterne. Er steigt aus und geht weg. Kurze Zeit später taucht sein Chef auf und berichtet den Cops, einer seiner Mitarbeiter habe den Unfall verursacht. War also wohl ein Firmenwagen.

Wir bleiben im Straßenverkehr, switchen allerdings in die Kategorie „Dinge, die du nicht tun solltest, weil sie dämlich sind und du dich damit selbst fickst“ (oder so ähnlich). Mainz, Lerchenberg. Dort taucht ein 30-Jähriger auf, um seinen Führerschein abzuholen, den die Cops tags zuvor einbehalten hatten, weil er nicht ganz nüchtern unterwegs gewesen war – wie auch seine 43-jährige Begleiterin. Die hat er wieder dabei. Die Beamten beobachten das Pärchen und sehen, wie die Frau in einen Wagen steigt und losfährt. Sie verfolgen, stellen und kontrollieren sie. „Ein Fahrtüchtigkeitstest reagiert bei der 43-Jährigen positiv auf harte Drogen.“ Womit nun die Begleiterin ihren Führerschein los ist …

Nun aber Schluss mit der Kriminalität auf Rädern. Widmen wir uns den Einbrechern. Wo brechen sie ein und was klauen sie? In einem Kulturverein in Mainz-Weisenau – die unbekannten Täter steigen durch ein Fenster ein, nachdem sie zuvor ein Gitter demontiert haben – werden Schubladen durchwühlt, allerdings ergebnislos. Bloß einen Kuchen im Kühlschrank, von dem sie ein Stück entwenden. „Die benutzte Gabel lassen die Täter liegen.“ In der Mainzer Wallstraße brechen Übeltäter in einen Kiosk ein. „Sie durchsuchen das Innere und bedienen sich am Eis-Vorrat.“ In Wiesbaden-Schierstein steigen Unbekannte in eine Verkaufsbude ein und entwenden diverse Schnapsflaschen sowie Kirschen.

„Die benutzte Gabel lassen die Täter liegen.“

Apropos Kirschen. Zum Schluss noch was uncooles: An einem Selbstbedienungsstand in Mainz-Finthen nimmt ein Typ zwei Schalen Süßkirschen (2,50 Euro die Schale) und hinterlässt auch Geld in der Kasse – 16 Cent. Wir finden: dann doch lieber ganz klauen. (inh)

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