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Gesellschaft

Crime #258

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Von leichter Beute und schweren Jungs, oft nicht witzig und häufig zum Schießen: Wir präsentieren die Top-Verbrechen aus dem STUZ-Gebiet.

Was für ein schwerkrimineller Sommer! Nötigt uns drückend heißes Wetter auf und klaut uns auf der anderen Seite das Wasser. Vielleicht ist dieser stete Diebstahl durch die sonst so beliebte Jahreszeit nicht eiskalt, das ist hier das falsche Wort, aber mindestens mal rotzfrech. Im Rhein ist kaum noch was drin.

Und das führt dazu, dass plötzlich zu sehen ist, was da so über die Jahre im Fluss versenkt worden ist. Beispielsweise ein „metallener Gegenstand“, den der Finder „nicht so recht einordnen kann“. Etwas, das man also besser liegenlassen sollte. Der Finder allerdings spaziert damit zur Eltviller Polizeiinspektion. „Daraufhin wurde der Besucherparkplatz, auf dem der Bürger das Fundstück abgelegt hatte, abgesperrt und der Kampfmittelräumdienst verständigt.“ Denn das Fundstück war eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg. Zum Glück ohne Sprengladung.

„Daraufhin wurde der Besucherparkplatz, auf dem der Bürger das Fundstück abgelegt hatte, abgesperrt und der Kampfmittelräumdienst verständigt.“

Eher nicht zur Polizei zieht es einen 34-Jährigen. Dummerweise kommt die Polizei zu ihm, beziehungsweise: kontrolliert ihn in der Mainzer Altstadt. Spontan und zum Erstaunen der Cops rennt er davon und sprang einen drei Meter hohen Absatz herunter. Während der Mann mit verletztem Bein auf dem Weg ins Krankenhaus ist, finden die Gesetzeshütenden heraus, dass er mit zwei Haftbefehlen gesucht wird.

Und noch eine Flucht vor der Polizei in der Mainzer Altstadt, die ebenfalls mit Verletzten endet: Ein Rollerfahrer missachtet die eindeutigen Signale zum Anhalten und brettert drauflos. Über Neubrunnenstraße, Große Bleiche, Löwenhofstraße und Emmeranstraße flieht er vor den Cops in Zivil. Dabei fährt er zwischen einem betagten Touristenpärchen aus Leipzig hindurch, was dazu führt, dass beide stürzen. Die alte Dame zieht sich eine Kopfverletzung zu – übel. Der 38-jährige Übeltäter wird in der Hechtsheimer Straße gestellt, er ist auf Drogen. Er wird sich nicht nur dafür verantworten müssen, den alten Leuten den Städtetrip versaut zu haben.

„Anschließend griff er in die Beifahrerseite seines Pkws und holte einen Baseballschläger hervor, mit dem er auf den Radfahrer zuging.“

Thema Konfliktmanagement. Das haben immer wieder mal Menschen überhaupt nicht drauf, so dass die Polizei herbeigerufen werden muss, um zu assistieren. So auch in Mainz-Marienborn, wo zwei Männer und zwei Frauen in Streit um eine Parklücke geraten. Zunächst fährt das männliche Duo rückwärts gegen den Wagen der Frauen. Daraufhin steigen beide Parteien aus. Eine Frau beginnt zu filmen, woraufhin ihr einer der Männer das Smartphone aus der Hand schlägt. „Es kam auch zu gegenseitigen Beleidigungen.“ Wen wundert das. Die Polizei muss einschreiten.

Konfliktmanagement zum Zweiten: Aus Mombach werden Schussgeräusche gemeldet. Die Cops rücken zügig mit einem Großaufgebot an. O-Ton Bericht: „Es stellte sich heraus, dass zwei Handwerkerfirmen über die Vergabe eines Auftrages so stark in Streit gerieten, dass man sich gegenseitig anging. Hierbei sei es zu Körperverletzungsdelikten und sogar zur Abgabe von Schüssen mit einer Schreckschusswaffe gekommen.“ Bilanz dieses Konfliktmanagements: Mehrere Verletzte.

Auch Mainz: In der Kaiserstraße stört sich ein 59-Jähriger am Verhalten eines Radfahrers. Zunächst bedroht er diesen. „Anschließend griff er in die Beifahrerseite seines Pkws und holte einen Baseballschläger hervor, mit dem er auf den Radfahrer zuging.“ Nein, auch so geht es nicht. Zwar erkennt, als Umstehende ihn ansprechen und filmen, der Zornige die falsche Richtung, in die der Konflikt von seinem Baseballschlägereinsatz gelenkt wird, und versucht, das Utensil in einem nahegelegenen Hotel zu verstecken. Doch da lassen sich die Freunde und Helfer, die schließlich die Situation auflösen, nicht lumpen.

„Dort stellte sich heraus, dass es sich um flugunfähige Wachteln handelt.“

Im frühen Berufsverkehr lehnt sich der Beifahrer eines VW Caddy in der Wormser Straße, Mainz, sehr weit aus dem Fenster. So weit, dass es ein entgegenkommender Funkstreifenwagen bemerkt, der wendet und hinterherfährt, um auf die Anschnallpflicht hinzuweisen. Dabei fällt auf, dass der Caddy mit 100 km/h durch die City fährt. Und dann ist auch noch der Fahrer blau – 0,98 Promille. „Zu weit aus dem Fenster gelehnt“ witzelt die Polizei in der Pressemitteilung – zurecht.

Und nochmal aus dem Fenster: In Budenheim meldet ein 38-Jähriger der Polizei, dass sein Nachbar Hühner aus dem Fenster wirft. Er ist mit den gefiederten Opfern bereits auf dem Weg ins Tierheim. „Dort stellte sich heraus, dass es sich um flugunfähige Wachteln handelt.“ Trotzdem eine üble und auch ein wenig verstörende Tat. Die Tiere wurden zum Glück nicht ernsthaft verletzt. Wer sie geworfen hat – wohl vom Balkon und nicht aus dem Fenster – ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. (inh)

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