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Mainz

Foodsharing-Café für Mainz

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Der Name, Café Rettich, ist gefunden, die Location noch nicht. Im kommenden Jahr soll das erste Foodsharing-Café in Mainz eröffnen. Dort wird es neben geretteten Lebensmitteln und fair produziertem Kaffee auch Workshops und Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit geben.

von Emma Coester

Katrin Marx und Alexander Mroß sind die Köpfe des gemeinnützigen Vereines „Café Rettich“. Von Beruf ist Katrin Goldschmiedemeisterin und Alex studierter Mathematiker. Ihre Gemeinsamkeit: Beide brennen schon immer für das Thema nachhaltige Ernährung und sie sind schon langjährige „Foodsaver:innen“. Seit Herbst 2021 arbeiten Katrin und Alex gemeinsam mit acht weiteren Aktiven aus allen Lebensbereichen an ihrem Traum, der Eröffnung eines Foodsharing-Cafés in der Mainzer Innenstadt.

Dabei ist die Idee, ein familiäres Café zu schaffen, in dem es drei Bereiche gibt: den gastronomischen Betrieb, Kultur sowie Bildung. Für den Verein sind das die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Diese sind thematisch verbunden und werden im Alltag ineinandergreifen. Vormittags sollen Workshops und Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Ernährung, vor allem für Kinder und Schulklassen, veranstaltet werden. Aber auch Erwachsene sollen durch niederschwellige Bildungshappen mehr über Lebensmittelverschwendung und -wertschätzung aufgeklärt werden. Katrin ist hauptsächlich für die Bildungsarbeit verantwortlich, sie entwickelt die Konzepte für die Workshops selbst.

Nach dem Bildungsangebot öffnet der Café-Betrieb. In gemütlicher Atmosphäre soll man kostenfrei auf die geretteten Lebensmittel Zugriff haben und kann sich beispielsweise zu seinem Stück Kuchen einen fair produzierten Kaffee bestellen. Diesen kauft man nicht einfach, sondern erwirbt ihn zu einem selbst festgelegten Preis an der Theke: „Wir wollen Menschen dazu anregen Lebensmittel wertzuschätzen und sich zu fragen: Was kostet etwas, was ist es mir wert?“, erklärt Katrin. Ob im Laufe der Zeit auch gekocht wird und es warme Speisen gibt, wissen Katrin und Alex noch nicht genau, das wird sich mit der Zeit zeigen und ist von den Räumlichkeiten des Cafés sowie der Nachfrage abhängig. Abends sollen kleine, kulturelle Veranstaltungen angeboten werden, wie thematisch passende Lesungen und Filmvorführungen. Beispielsweise kann bei der „Schnippeldisco“ leckeres Essen aus geretteten Lebensmitteln zubereitet und anschließend getanzt werden.

Bis zur geplanten Eröffnung nächstes Jahr müssen noch einige bürokratische Hürden genommen werden und etwas mehr Geld zusammenkommen. Deshalb ist für dieses Jahr noch eine Crowdfunding-Kampagne geplant, durch die soziale und kreative Projekte realisiert werden können. Die Initator:innen hoffen, dass mit Hilfe der Spenden das Café Rettich seiner Eröffnung ein großes Stück näherkommt. Für Unterstützung, neue Ideen und Input ist das Team dankbar und jederzeit offen. Darüber hinaus wird noch nach passenden Räumlichkeiten für das Café in der Mainzer Innenstadt gesucht. Diese Räumlichkeiten müssten, neben dem Café selbst, auch Toiletten und einen Büroraum umfassen. Das Foodsharing-Café ist ein echtes Herzensprojekt der Gründer:innen: „Ich möchte für meine Kinder und meine Enkelkinder ein Vorbild sein und das Gefühl haben, alles in meiner Macht stehende getan zu haben, um mich für mehr Nachhaltigkeit und gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen“, sagt Katrin Marx. Mainz ist seit 2013 offiziell Foodsharing-Stadt und mittlerweile sind rund 1700 Helfende aktiv, die nach Ladenschluss die aussortierten Lebensmittel einsammeln und fair verteilen. Normalerweise wird das gerettete Essen an Privatpersonen weitergegeben oder zu offenen Verteilerschränken gebracht. Katrin und Alex wollen mit einem der ersten Foodsharing-Cafés in Deutschland einen weiteren Ort errichten, an dem gerettetes Essen fair verteilt werden kann und ein großer Beitrag auf dem Weg Richtung nachhaltige Ernährung im globalen Kontext geleistet wird.

Spenden und Kontakt über cafe-rettich.de

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