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Kultur Mainz Wiesbaden

Ja zu Jazz

Die Jazzszene in Mainz und Wiesbaden ist Facettenreich, so wie das Genre selbst. Die heimischen Initiativen und Locations, die Jazz auf die Bühne bringen, sind seit Jahren gleich. Mit dem schon schön baut nun eine Spielstätte ihr Jazzangebot weiter aus.

von Tim Porzer

Dixieland, Bebop, Fusion – das sind wenige der zahlreichen Stilrichtungen, die das Jazzgenre in seiner über 100-jähringen Geschichte hervorgebracht hat. Das bedeutet eine reiche Auswahl für das Publikum, aber auch für die Bands und Locations, die Jazz auf die Bühne bringen. „Die Mainzer und Wiesbadener Akteure bringen in ihrer Programmgestaltung Vielfalt ein und verfolgen so ganz eigene Profile“, erklärt Raimund Knösche. Als JazzArchitekt bringt er schon viele Jahre Jazzkonzerte in die Region. Ganz unterschiedliche Acts erhalten so eine Bühne: „Mal liegt der Fokus darauf, lokalen Musiker:innen eine Bühne zu bieten, an anderer Stelle stehen internationale Acts im Vordergrund“, weiß Knösche. Das wirkt sich auch auf den Stil aus: „Manche Reihen sind im Mainstream verortet, andere, so wie auch unsere Konzertreihe Achter, legen den Schwerpunkt auf Zeitgenössisches, Avantgardistisches und Experimentelles aus Jazz und Beyond Jazz“, unterscheidet der JazzArchitekt und fügt an: „In unserem Fall setzen wir dabei auf Sichtbarkeit unterschiedlicher Strömungen des Genre-Spektrums sowie Internationalität und Vielfalt im künstlerischen Roster, insbesondere auch im Hinblick auf kommende Künstler:innen.“ Für die Jazzinteressierten ist das von Vorteil: „So haben alle Programmreihen und Venues eigenständige kuratorische Linien, mit denen sie in Mainz, Wiesbaden und darüber hinaus für lebendige Kulturangebote sorgen“, betont Knösche.

Man kennt sich ohnehin in der Jazzszene, da verwundert es nicht, dass Raimund Knösche auf Zusammenarbeit setzt: „Wir selber stehen im aktiven Austausch mit internationalen Musiker:innen, Veranstalter:innen und Ensembles – etwa im Rahmen europäischer Musikfestivals und Messen wie der „jazzahead!“. Dieser Dialog mit einer internationalen Community of Practice sorgt für eine zeitgemäße, vielfältige und reflektierte Programmgestaltung. In diesem Sinne sind wir mit Gleichgesinnten eher auf der Suche nach Gemeinsamkeiten als nach Unterschieden.“ Für Jazzinteressierte lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Initiativen: „Unser Tipp ist es daher, sich ebenso im Allgemeinen, aber auch im konkreten mit Veranstaltungen und Künstler:innen zu beschäftigen, anhand von Audiobeispielen“, rät Knösche. So könne man „das eigene Interesse vorab etwas schärfen“.

Hier eine Liste der Spielstätten für Jazz in Mainz und Wiesbaden.

schon schön
Ab Februar steht hier nun jeder Montag – statt wie bisher jeder zweite – im Zeichen des Jazz. Die bisher jazzfreien Montage bespielt dann die Reihe „Tonkult jammt“ in der Lounge. Im neunen Format folgt auf ein Konzert eine offene Jamsession. Die Premiere gestaltet am 9. Februar das Christoph Heimbach Quartett. Die Mainzer Musiker um Saxophonist Christoph Heimbach präsentieren unter dem Motto „goes Electric“ 70s inspirierten Jazzrock. Im Gepäck haben sie dafür Fender Rhodes, Synthesizer und E-Bass. Am 23. Februar gastieren Mobilé mit mitreißenden Grooves und poetischer Tiefe in der Lounge des schon schön. Ihr urbaner Sound basiert auf Neo-Soul, Nu-Jazz sowie Break-Beats. Der Eintritt für beide Reihen läuft auf Spendenbasis.

M8
Der M8-Liveclub in der Mainzer Mitternachtsgasse ist seit über 20 Jahren eine weitere Anlaufstelle für Jazzer. Regelmäßig finden dort Konzerte der Jazz Initiative Mainz e.V. (JIM) statt. Bereits seit 1988 engagiert sich der Verein für die Förderung der Jazzkultur in der Region. Seit 2002 dient das M8 als regelmäßige Spielstätte. In diesem Monat bringt die Thomas Bachmann Group am 28. Februar Jazz der etwas anderen Art auf die Bühne. Das Trio steht für fließenden Swing, pulsierenden Groove und anspruchsvolles Instrumentalspiel.

Walkmühle
Die Kooperative New Jazz e.V. / art.ist hat in der Walkmühle das Domizil für abwechslungsreiche Jazzkonzerte und neue Musik gefunden. Seit den 70ern setzt sich die Kooperative für die Belange des Jazz in Wiesbaden und die lokale Szene ein. Im Februar lockt am 8. das Werkstattkonzert unter dem Motto „Jazz als Begegnung“. Unter der Anleitung von Joey Becker erkunden 20 Musiker:innen in fünf Bands die Facetten von Jazz und Improvisation. Den Monat beschließen am 28. Februar Intrinsic Invest mit ihrem Modern Urban Jazz.

JazzArchitekt
Raimung Knösche steht als JazzArchitekt mit seiner Konzertreihe Achter für Zeitgenössisches, Avantgardistisches und Experimentelles aus Jazz und Beyond Jazz – und das in einer intimen Clubatmosphäre. Ausgabe 79 bringt am 13. Februar Tatiana Paris in die Kreativfabrik Wiesbaden. Es wartet ein Abend voller experimenteller, elektronischer Sounds aus Frankreich. Ihr kreatives Durcheinander kuratiert die Künstlerin mit ihrer Gitarre, einem Radio-Kassettenrekorder für Duette und verschiedenen Holz- und Metallgegenständen. Und manchmal mischt sich auch ihre Stimme ein.

Foto: Valery Mishin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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