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Fremde Sprache, schwere Sprache

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Wir bewundern Menschen, die viele Sprachen sprechen. Die meisten von uns tun sich aber sehr schwer damit, neue Sprachen zu lernen. Warum?

Sprache ist womöglich die beste menschliche Erfindung, die je geschaffen wurde. Dabei hat sie niemand erfunden. Sie hat sich über unzählige Jahre entwickelt und auch heute verändert sie sich noch stetig. Kein anderes Lebewesen kann sich so präzise verständigen wie wir. Mithilfe von Sprache haben wir Freundschaften geschlossen, uns Witze erzählt und Konflikte gewaltfrei bewältigt. Sprache ist etwas Wundervolles. Wie schön also, dass es so viele verschiedene Sprachen auf der Welt gibt. Durch das Erlernen einer Fremdsprache lernt man andere Kulturen und deren Folklore, neue Menschen und deren Weltanschauungen kennen. Weshalb aber, tun wir uns so schwer damit neue Sprachen zu lernen? Nun ja, zunächst gibt es einen großen Mythos: Kinder lernen Sprachen viel leichter als Erwachsene. Und wie es bei Mythen so üblich ist, sind sie nicht immer ganz richtig. Abgesehen von unter einjährigen Babys können Erwachsene Sprachen nämlich viel schneller erlernen. Es ist zwar wahr, dass, wenn man im Kindesalter mit dem Lernen anfängt, man die Aussprache besser erlernen oder schneller das Niveau eines Muttersprachlers erreichen kann. Doch wenn es darum geht, eine Sprache fließend sprechen zu lernen, haben Erwachsene in den Punkten Effizienz und Schnelligkeit definitiv die Nase vorn. Super! Man kann also auch noch im Erwachsenenalter neue Sprachen lernen. Trotzdem dauert es oft Jahre und vom Gespräche führen ist man noch Lichtjahre entfernt. Selbst vom Unterricht aus der Schule ist kaum mehr was hängengeblieben. Das liegt oftmals daran, dass die Fremdsprache im Unterricht zu selten gesprochen wird und Vokabeln nur im Kurzzeitgedächtnis landen.

Der Baum, das Feuer, die Gitarre

Also nochmal: Wie lerne ich Sprachen am effizientesten? Sprich jeden Tag die gewünschte Sprache oder integriere sie in deinen Alltag. Du kannst dir beispielsweise einen Tandempartner suchen, mit dem du regelmäßig reden kannst oder deine Mediennutzung fremdsprachig gestalten, indem du fremdsprachige Filme schaust und Nachrichten liest. Dadurch entsteht ein
„comprehensible input“, ein unbewusster Spracherwerb, wie ihn der Sprachforscher Stephen D. Krashen beschreibt. Außerdem solltest du dir ein Grundvokabular von zunächst 250, dann 1.000 und schließlich 3.000 Wörtern aneignen. Diese 3.000 Wörter entsprechen etwa 98 Prozent der gesprochenen Sprache. Genauso wichtig ist es jedoch wie du diese Vokabeln lernst. Sie traditionell mit dem Vokabelheft oder mit Karteikarten zu lernen, sorgt häufig dafür, dass vor allem Wörter, die nicht regelmäßig verwendet werden in Vergessenheit geraten. Besser ist es, fremdsprachige Vokabeln mit Erinnerungen, Emotionen oder visuellen Eindrücken zu verbinden. Wenn du zum Beispiel das spanische Wort für Feuer, „fuego“, lernst, stell dir das Knistern des Holzes, die Wärme und das Licht der Flamme vor. Am besten ist, du rekapitulierst die Erinnerung an beispielsweise ein Lagerfeuer in der gewünschten Sprache und stellst dir einen Baum (árbol) oder eine Gitarre (guitarra) vor. Du kannst auch kleine Bilder auf deine Karteikarten malen. Werde kreativ und fülle die Vokabeln mit Leben. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Sprachenlernen.

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