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Kultur

Tanzträume aus 1.001 Nacht

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Klassisch-orientalische Musik ist eine Herausforderung für die Muskeln – es lohnt sich, diese Herausforderung anzunehmen.

von Nadine Tannreuther

„Durch Zufall waren wir vor über dreißig Jahren im Orient unterwegs, wobei die Musik spannend klang und ich eine Tänzerin gesehen habe, die ich großartig fand. Sie war nicht so eine Glitzer-Maus, sondern eine Frau die mit viel Gefühl getanzt hat. Irgendwann fragte mich eine Freundin, ob wir zusammen zu einem Bauchtanz-Kurs gehen wollen und ich bin dabei geblieben. Überall wo ich Unterricht kriegen konnte, bin ich hin“, beschreibt Jazira Malu ihre Leidenschaft zum orientalischen Tanz. Als Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin bietet sie seit 1997 in ihrer gleichnamigen Tanzschule Malu in Wiesbaden-Mitte und Niedernhausen verschiedene Kurse, Projekte, Workshops, Shows und Partys für Hobbytänzer bis Profis (Semi-Master) an.

Orientalischer Tanz schließt verschiedene Tanzarten mit ein: neben dem klassischen Raks sharki Folkloretänze aus Gebieten wie Andalusien über den Vorderen Orient bis nach Indien, Fantasy (wie z.B. mit Schleier, Säbel, Fächer …), sowie Tribal-Fusion und American Tribal Style Dance. Jede dieser Tanzarten bringt eine anstrengende Muskelarbeit mit sich, verbessert dabei jedoch Haltung sowie Körperwahrnehmung und fördert das Selbstbewusstsein. Tanzen wie im Orient ist flexibel und zeitlos, losgelöst von Teilnehmerzahl, Größe, Alter oder Figur. „Beim Orientalischen Tanz benutzt Du Muskelgruppen, die im Alltag nicht beansprucht werden. Man setzt sie systematisch ein. Orientalisch tanzen kannst du dein Leben lang!“

Das Spannende dabei ist, dass man – oder besser frau, da überwiegend Frauen diese Tanzkunst ausüben – nie fertig ist, sondern sich mit dem Alter weiterentwickelt. Dann kommen eine gewisse Qualität, Energie und Selbstsicherheit hinzu, sodass es sich immer wieder anders tanzen lässt. „Es hat etwas vielschichtigeres, wenn du lebenserfahrener wirst. Du gehst anders mit deiner Weiblichkeit um, es ist immer wieder neu. Die Beschäftigung mit diesen Tanzformen ist für mich eine der größten Freiheiten überhaupt, weil du Teile deines Körpers spüren und ausleben kannst, die Dir sonst verwehrt bleiben.“

Die Bewegungen sind fließend und klein, voller Energie und Glanz, wenn frau einmal gelernt hat, die richtige Haltung einzunehmen. Dies bringen Übung und Geduld mit sich. Trainiert wird in schlicht bequemer, dehnbarer und zugleich eng anliegender Kleidung, damit die Körperhaltung von Trainerin Jazira Malu bestmöglich korrigiert werden kann. Umso pompöser geht es bei Vorführungen, Wettbewerben und Shows zu, wenn die Zuschauer mit Klimpern, Tüchern und atemberaubenden Gewändern in die Geschichten und Träume aus 1.001 Nacht eintauchen.

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