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Crime im März

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Von leichter Beute und schweren Jungs, oft nicht witzig und häufig zum Schießen: Wir präsentieren die Top-Verbrechen aus dem STUZ-Gebiet.

Wenn wer was klaut, kommt die Polizei. So weit, so simpel. Manchmal kommt sie aber auch, wenn jemand bloß was findet. Zum Beispiel eine Handgranate. Kann halt auch mal vorkommen, dass ein Reinemachemann an der Rastanlage (in diesem Fall Medenbach-Ost) sowas entdeckt. Dann kommen die Cops und sperren alles ab. „Durch verständigtes Fachpersonal des Hessischen Landeskriminalamtes wurde die Handgranate transportsicher gemacht und vom Fundort entfernt.“ Und der Finder hat auf die Frage „Wie war’s auf der Arbeit, Schatz?“ was nettes zu erzählen.

„Das Brett wurde anschließend an die geschädigte Institution zurückgeführt.“

Nicht nur Putzkräfte, auch Geocoacher finden mitunter überraschende Dinge. Zum Beispiel im Dickicht in Mainz-Finthen, wo statt des Geocache-Schatzes eine Plastiktüte mit drei kleinen Päckchen zum Vorschein kam. „Weil er die Art und die Form der Päckchen aus Filmen kannte, verständigte der aufmerksame Finder sofort die Polizei.“ Und die stellte fest, dass es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit um verbotenes Amphetamin“ handelt. Verbotenes auch noch …
Hauptsächlich aber rückt die Polizei zu Tatorten aus, weniger zu Fundorten. Wobei, es ist Definitionssache. So haben beispielsweise zwei Typen, 36 und 50, auf einer Baustelle in Mainz ein Brett gefunden. Und mitgenommen. Ist natürlich nicht erlaubt, sondern Diebstahl. Polizisten beobachteten das ganze und walteten ihres Amtes. „Das Brett wurde anschließend an die geschädigte Institution zurückgeführt.“

Ebenfalls erwischt wurden zwei Mainzer Sockendiebinnen. Beim Verlassen eines Kaufhauses piepste die vollelektronische Ausgangskontrolle. Die herbeieilende Verkäuferin wurde von den Missetäterinnen mit den geklauten Socken beworfen. Die Werferinnen entkamen unerkannt.

In Rüsselscrime werden Sockendiebe vermutlich belächelt. „Bruder, Rüsselsheim, Schüsse fall’n wie gewohnt“ rappt Mero, und der Junge liegt nicht falsch. Hier steigen die wahren Verbrechen. Hier wird geklotzt, nicht geklaut, und wer so doof ist, seinen Sattelschlepper in dieser Hochburg des Verbrechens zu parken, der guckt eben doof, wenn er vom Haschkaufen aus dem Verna-Park zurückkommt und das Teil ist weg: „Nach ersten Schätzungen dürfte der Sachschaden bei über 100.000 Euro liegen“, teilen die Cops mit. „Bruder, Rüsselsheim, LKW verschwinden wie gewohnt, brrrra.“

„Die Kriminellen trennten das Gerät hierzu mittels geeignetem Schneidwerkzeug ab.“


Nicht ganz so Hardcore wie Motor City ist das benachbarte Raunheim. Hier wird nicht das gesamte Fahrzeug entwendet, sondern nur geplündert. Diebe verschafften sich Zugang in den Innenraum eines BMW. „Anschließend bauten die Kriminellen dort praktisch die komplette Konsole samt Lenkrad, Airbag und Navigationssystem aus. Zudem ließen die Täter die Motorhaube, Teile der Fahrzeugfront, beide Außenspiegel sowie verschiedene Teile aus dem Motorraum mitgehen.“ Beachtlich.

In Mainz hingegen herrscht eine andere Kultur des Klauens. Socken, ein Brett von der Baustelle, wir erinnern uns. Wenn Mero aus Mainz wäre, würde er nicht rumballern, sondern Seifenblasen pusten. Hier noch zwei Beispiele aus Mainz: Sechs (!) Mann klauten ein Schild mit der Aufschrift „Kuchen der Woche“. Ein 50-Jähriger schlich sich auf den Wertstoffhof und klaute Elektroschrott. Am härtesten mutet da noch der 35-Jährige an, der in einem Supermarkt eine Flasche Schnaps klaute – und, wie die anderen auch, erwischt wurde.

„Im Anschluss begab er sich zum Dienstgebäude und urinierte gegen dieses.“


Mainzer Diebe sollten ernsthaft Unterricht in Rüsselsheim nehmen. Vielleicht bietet die dortige Volkshochschule entsprechende Kurse an. Weitere Beispiele gefällig? Während der Mainzer Dieb seinen Schnaps im Supermarkt einsteckt und hochgeht, steigt der Rüsselsheimer Profi nachts in das Opelvillenrestaurant ein und nimmt gleich mehrere Flaschen mit – ohne sich erwischen zu lassen. Elektroschrott klauen und auch noch ertappt werden – das ist Mainz. Einen kompletten Zigarettenautomaten klauen – „Die Kriminellen trennten das Gerät hierzu mittels geeignetem Schneidwerkzeug ab“ – das ist Rüsselscrime.

Nehmen wir also zur Kenntnis, dass Mainz in Sachen Diebstahl Kreisklasse ist, Rüsselsheim dagegen Champions League. Nicht viel anders sieht es bei dem anmutig klingenden Delikt „Grober Unfug“ aus. Wir zitieren: „In der Kaiserstraße vor dem Gebäude des Ordnungsamtes schüttete ein 19-Jähriger Bier über eines der dort geparkten Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes. Im Anschluss begab er sich zum Dienstgebäude und urinierte gegen dieses.“ Wobei er natürlich erwischt wurde. Wie gesagt: von Rüsselsheim lernen. Auf geht’s, Mainzer!

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