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Studienabbruch – Makel oder Chance?

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Am 13. Juni veranstalten der Career Service der JGU, die Hochschule Mainz, die Agentur für Arbeit Mainz sowie die Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer Rheinhessen wieder einen Infoabend für potenzielle Studienaussteiger.

von Magdalena Palka (Career Service der JGU)

Laut einer Studie des DZHW (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) aus dem Jahr 2017 verlassen ungefähr ein Drittel aller Studierenden die Hochschule ohne Abschluss. Den eigenen Studienabbruch als Chance zu verstehen, fällt vielen dabei schwer. Zunächst ist es eine belastende Situation, da der eingeschlagene Weg nicht weitergeführt werden kann. Die Entscheidung die Hochschule zu verlassen bietet aber auch die Möglichkeit neue Wege zu gehen.
Gründe ein Studium abzubrechen gibt es viele. Laut DZHW sind die häufigsten: Leistungsprobleme, mangelnde Studienmotivation, fehlende praktische Tätigkeiten sowie finanzielle Probleme. Nicht selten liegt auch eine Mischung aus verschiedenen Gründen vor.
Alana Reckling hat ihr Studium abgebrochen und ist heute Assistenz der Geschäftsführung der smatcon GmbH. Sie konnte ihr Studium aus finanziellen Gründen nicht weiterführen: „Da ich mein Studium komplett selbst finanziert habe und keine Ansprüche mehr auf Unterstützung (bspw. durch Bafög) hatte, habe ich meistens mehr gearbeitet als studiert (zeitweise auf zwei verschiedenen Jobs). Dadurch hat sich die Dauer des Studiums immer weiter in die Länge gezogen und dennoch reichten die finanziellen Mittel kaum aus. Irgendwann war ich dann ausgebrannt, zumal das eigentliche Ziel des Abschlusses einfach nicht näher zu kommen schien.“

Sobald die Entscheidung getroffen ist, dass das Studium nicht mehr weitergeführt werden kann, beginnt die Phase der Umorientierung. Hier können die verschiedenen Beratungsangebote an der Hochschule genutzt werden. Neben dem Career Service berät auch das Hochschulteam der Agentur für Arbeit gerne potenzielle Studienabbrecher und entwickelt gemeinsam mit ihnen neue Perspektiven mit oder ohne ein Studium.

Souverän damit umgehen
Viel Unsicherheit herrscht bei Studienaussteigern bezüglich der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Lebenslauf scheint nicht perfekt und man muss erläutern, warum man ein Studium abgebrochen hat. Die Erfahrungen von Alana Reckling bei ihren Bewerbungen waren jedoch durchweg positiv. „Natürlich wurde ich nach den Gründen für meinen Studienabbruch gefragt, schließlich entsprach meine Bewerbung auch nicht so ganz der typischen Bewerbung für eine Ausbildung. Darauf war ich aber vorbereitet und konnte deswegen auch souverän damit umgehen.“
Im Vergleich zu ihrem Studium hat ihr insbesondere der praktische Bezug bei ihrer Ausbildung gefallen. Sie verbrachte viel Zeit im Betrieb und konnte so das erlernte Wissen tatsächlich direkt anwenden. Sie rät Studierende, die sich mit dem Gedanken tragen das eigene Studium abzubrechen, diese Entscheidung als Chance und nicht als Makel zu betrachten: „Es gibt eine Vielzahl von Ausbildungen, aus denen man wählen kann. Außerdem muss es ja nicht mit der Ausbildung enden. Weiterbildungen (z. B. zum Fachwirt) sind heutzutage mehr als üblich und qualifizieren einen hervorragend für die Arbeitswelt.“
Am 13. Juni werden sich wieder einige Arbeitgeber im Rahmen einer Talkrunde vorstellen und erläutern, warum sie sich für die Bewerbungen von Studienabbrecher/innen interessieren und welche Möglichkeiten sie Auszubildenden bieten.

Wann und Wo?
Infoabend zum Studienausstieg:
13. Juni 2019, 18 Uhr,
Rechte Aula der Alten Mensa
www.career.uni-mainz.de/infoabend-studienausstieg

Workshop „Studienabbruch oder nicht?“
www.career.uni-mainz.de/studienabbruch

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