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Kultur

„Wir wollen Grenzen austesten“

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Christian Samujlo und Ersin Akgül, zwei junge Mainzer Gründer, haben sich mit dem Künstler-Kollektiv Verboten einen Traum erfüllt. 2016 gegründet, gehören sie heute zu den angesagtesten Veranstaltern im Rhein-Main-Gebiet und sind selbst deutschlandweit und darüber hinaus kein unbeschriebenes Blatt. Mit Ein Tag am Rhein hat sich ein Tagesfestival aus dem Hause Verboten mit begeisterten Besuchern aus ganz Europa etabliert.

von Jonas Julino

STUZ: Mit der vierten Auflage von Ein Tag am habt ihr jüngst wieder zahlreiche Besucher nach Mainz gelockt. In der hiesigen Partyszene habt ihr euch längst einen Namen gemacht. Wie hat alles angefangen?
Ersin: Kennengelernt haben wir uns in einer Bar. Neben dem Studium arbeitete ich als Barkeeper und Christian legte in der Location auf. Dort haben wir uns zum ersten Mal getroffen und ich habe ihn etwas abgefüllt. Daraus hat sich später eine Freundschaft entwickelt. In meiner Heimat habe ich mich mit 18 selbstständig gemacht. Ich betrieb eine Cocktailbar und habe kleinere Events organisiert. Ich wollte in Mainz weiter in diesem Bereich arbeiten. Da kam Christian ins Spiel.
Christian: Ich habe schon einige Zeit Events veranstaltet. Auf einem Open-Air hat Ersin mit seiner Mum einen Essensstand betrieben. Da Ersin Events veranstalten wollte und ich nach einem Partner suchte, haben wir uns zusammengetan.

… und habt euch Verboten genannt. Was hat es mit dem Namen auf sich?
Ersin: Wir wollten nicht den ganzen Standard-Kram sehen, sondern Dinge machen, die man auf den ersten Blick nicht erwartet. Natürlich machen wir nichts Verbotenes, aber wir wollten Grenzen austesten. Kann man Techno mit Yoga oder ein 4-Gänge-Menü mit elektronischer Musik kombinieren? Oder kann man nach einem Charity-Dinner für 100 Leute eine Party veranstalten? Unser Anliegen ist, konträre Dinge zu vereinen. Dazu passt Verboten ganz gut.

Welche Köpfe verbergen sich noch hinter Verboten?
Ersin: Neben uns beiden arbeiten noch weitere Künstler bei Verboten mit. Zum Beispiel haben wir mit Tufan Turan einen Spezialisten für Videodreh, insbesondere für Musik- und Festivalvideos.
Nabil Hafnaoui kümmert sich um den reibungslosen Ablauf unserer Events. Er spielt da oft den Boy für alles und ist deshalb unverzichtbar. Auch Komet Bernhard ist unglaublich wichtig für uns. Er ist unser Tänzer, Dekorateur und die gute Seele im Team. Auch wenn er schon 70 Jahre alt ist, ist er immer zur Stelle. Da sieht man wieder, Alter ist nur eine Zahl.
Christian: Und natürlich Paco Klank. Bei ihm fällt mir nur ein: No Paco, No Party. Er ist einfach überall wo wir ihn brauchen.

Ihr veranstaltet mit eurem Team nicht nur Techno-Events. Was passiert bei euch sonst so?
Christian: Wir veranstalten beispielsweise Charity-Dinner in Mainzer Restaurants. Wir kochen dann gemeinsam dem Chefkoch des Hauses. Die Angestellten arbeiten ganz normal im Service oder an der Bar und wir unterstützen sie. Ganz wichtig ist, dass niemand Geld verdient und die Einnahmen zu 100 Prozent an einen gemeinnützigen Verein gehen, den wir zusammen mit dem jeweiligen Gastronomen aussuchen.

Was habt ihr für die kommenden Monate in Mainz geplant?
Ersin: Jetzt kommt erstmal der Sommer, da ist die Party-Situation in Mainz nicht ganz so spannend, weil man nicht ganz so oft feiern geht. Schöne Abende am Rhein, grillen im Volkspark, Schwimmen in der Maaraue. Im Sommer ist unsere Stadt viel attraktiver. Einmal im Monat bitten wir mit unserer neuen Event-Reihe „Zwölf Uhr Tee“ dann trotzdem zum Tanz.
Christian: Genau. Die Events finden am 20. Juni, 7. Juli und am 11. August, jeweils ab 12 Uhr, im Alten Postlager statt. Bis 15 Uhr gibt’s immer türkischen Cay-Tee for free. Für die Veranstaltungen haben wir mit Tube & Berger, Sascha Braemer, Kid Simius eine ganze Reihe internationaler Acts eingeladen. Außerdem feiern wir den Album-Release von Teenage Mutants bei einem der Open Airs.

Und außerhalb der Stadt seid ihr bestimmt auch wieder fleißig unterwegs.
Ersin: Trotz des relativ ruhigen Sommers hier in Mainz haben wir viel Stress. Der Mai war noch entspannt, da hatten wir in Nicosia und Istanbul unsere einzigen Verboten Veranstaltungen. Ab Juni geht es dann aber richtig los. Wir bereiten gerade Events für Berlin, Barcelona, Malta, Frankfurt und für ein paar andere Orte vor.
Im Oktober steht euer Geburtstag an. Auf was darf man sich freuen?
Christian: Genau. Wir freuen uns auch schon riesig auf den Oktober. Dann feiern wir im großen Stil unser Dreijähriges. Dafür haben wir uns wieder ein paar richtig schöne Dinge einfallen lassen.

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