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Kultur

Ein Herz für Kunst- und Kreativwirtschaft

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Michael Stein und Lothar Pohl von der Wiesbadener Eventagentur Palast Promotion unterstützen zusammen mit dem Verein „Ich geh ein Stück mit Dir“ mit ihrem Charity-Projekt „Wi für Kultur“ Kunstschaffende in der Coronakrise.

von Inken Paletta

Normalerweise ist die Wiesbadener Eventagentur Palast Promotion das ganze Jahr über damit beschäftigt, Großevents, Messen und Konferenzen zu organisieren sowie Künstler für Gala-Events zu vermitteln. In diesem Jahr ist alles anders. Viele Events wie die Rheingauer Weinwoche, das Wiesbadener Stadtfest oder die „Wiesbadener Night of Music“ mussten Corona bedingt abgesagt werden. Unterkriegen lassen will sich Agenturinhaber Michael Stein dennoch nicht: „Natürlich hat auch uns die Krise getroffen. Fast alle unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Doch zum Glück stehen wir noch nicht ganz ohne Arbeit da.“ Allerdings hätten die Sofort- und Überbrückungshilfen gerade die Mietkosten der vergangenen Monate gedeckt. „Ich hoffe sehr, dass wir im Frühjahr bzw. spätestens im Sommer wieder loslegen können, sonst wird es auch für unsere Agentur eng.“

Fehlende Wertschätzung gegenüber Kunst und Kultur
Schlimm getroffen habe es aber nicht nur die Agentur, sondern vor allem die Künstler und Soloselbstständigen aus der Kreativ- und Kulturwirtschaft, mit denen die Agentur zusammenarbeite. „Viele von ihnen haben seit März durch Corona keine Einnahmen mehr“, erklärt Stein und ergänzt: „Und die Corona-Hilfspakete von Bund und Land kommen bei vielen erst gar nicht an, weil sie von Vornherein durchs Raster fallen. Corona-Sofort- beziehungsweise Überbrückungshilfen dürfen nämlich nur für die Betriebskosten eingesetzt werden.“ Doch auch als Künstler und Soloselbstständiger habe man eben nicht nur Fixkosten wie Miete und Versicherungen zu zahlen, sondern müsse auch seinen Lebensunterhalt finanzieren.“ Viele der betroffenen Künstler und Soloselbstständigen hätten deshalb Hartz IV beantragen müssen. „Diese geringe Wertschätzung, dieses Gefühl, von der Gesellschaft und der Politik übersehen zu werden, hat viele von ihnen sehr getroffen.“ Vor allem wenn man sehe, dass große Konzerne Unterstützung in Milliardenhöhe erhielten, so Stein. Mit dem Charity-Event „Wi für Kultur“ möchte die Agentur einen Beitrag zur Unterstützung der Wiesbadener Kulturszene leisten und damit auch signalisieren: Kunst ist systemrelevant.

Online-Charity-Projekt zur Unterstützung der Wiesbadener Kunst- und Kulturszene
Gesagt getan: In Zusammenarbeit mit dem Verein „Ich geh ein Stück mit Dir“ wurde das Charity-Projekt „Wi für Kultur“ ins Leben gerufen. An insgesamt drei Terminen im Juli und August wurde jeweils eine mehrstündige Unterhaltungssendung mit Musik, Tanz, Literatur und Kunst per Live-Stream über die Website von „Wi für Kultur“ sowie über Vimeo ausgestrahlt. Mittels Sponsoren und Privatspenden kamen rund 100.000 Euro zusammen, die später als Förderung in Höhe von 1.000 Euro pro Antrag an 60 bedürftige Künstler aus Wiesbaden und Umgebung ausgezahlt werden konnten. Unterstützt wurde das Event auch von der Stadt Wiesbaden. „Wir haben uns sehr gefreut, dass wir unseren Bürgermeister und Wirtschaftsdezernenten Dr. Oliver Franz als Schirmherr für das Projekt gewinnen konnten und uns die Stadt Wiesbaden das Kurhaus als Location unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.“ Unterstützt haben das Projekt außerdem ganz viele Künstler aus Wiesbaden und Umgebung und das aus allen Sparten der Kultur. „Alle sind ohne Gage zu Gunsten des Projektes aufgetreten“, erzählt Stein. Mit dabei waren zum Beispiel bekannte Bands wie die Wiesbadener Rockband Mallet, Sängerin und Vocal Coach Dunja Koppenhöfer, Schauspieler Ulrich Cyran, das Klassik-Ensemble des Wiesbadener Staatsorchesters und viele weitere Künstler. Unterstützt wurde das Projekt auch durch die Werbeagentur a priori aus Wiesbaden, die ehrenamtlich den Internetauftritt für das Charity-Event gestaltete sowie durch Filmemacher Sven Fleck, der bei einem der drei Events ehrenamtlich Regie führte. „Gefreut hat uns, dass wir durch unser Projekt vielen Dienstleistern aus der Eventbranche, die derzeit ohne Aufträge dastehen, wie Licht- und Tontechnikern oder Bühnenbildnern, aus dem Projektbudget einen bezahlten Auftrag anbieten konnten.“ Natürlich sei das alles nur ein kleiner Beitrag, so Stein, „aber ich finde, es ist ein wichtiges Signal: Wir möchten damit unsere Wertschätzung gegenüber der Kunst- und Kreativwirtschaft ausdrücken.“ Und da unklar ist, wann sich die Lage entspannt, ist bereits ein Folge-Charity-Event geplant. „Dafür suchen wir derzeit eine geeignete Location und natürlich freuen wir uns auch über neue Sponsoren und Spenden.“ Mehr über das Charity-Event auch auf wifuerkultur.de

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