Lade

Tippen zum Suchen

Kultur

Ein Wohnzimmer voll Motorsportlegenden

Teilen

Im STUDIO h49 in Hechtsheim zeigen Susana de Val und Markus Haub nicht nur ihre aktuellen Arbeiten, sie wollen auch einen Raum für kulturelle Veranstaltungen schaffen.

von Tim Porzer

Wer im Spätherbst des kulturell gebeutelten Jahres 2020 noch auf der Suche nach einem künstlerischen Geheimtipp ist, der wird in Hechtsheim fündig – im neuen Wohnzimmeratelier STUDIO h49. Wer sich auf einen klassischen Ateliersbesuch einstellt, wird überrascht sein, denn er steht zugleich im Wohnzimmer des Künstlerpaares Susana de Val und Markus Haub. „Das Interessante hier ist die Kombination aus Öffentlichkeit und privatem Umfeld. Das Interesse ist größer, da es ein Ort ist, an den man sonst nicht geht“, erklärt Markus Haub.

Katalanisches Flair im Mainzer Stadtteil
„Die jetzige Konstellation hatten wir schon in Barcelona. Da hatten wir auch ein Atelier zu Hause und da waren immer Freunde und Freunde von Freunden zu Gast “, erzählt Markus. Der gebürtige Mainzer hat zwanzig Jahre in Barcelona gelebt und nachdem er seit vergangenem Winter wieder vermehrt in Mainz war, entstand die Idee, sein Elternhaus in ein Atelier zu verwandeln. Und so konnte das Atelier nach viermonatiger Bauzeit im September eröffnet werden. „Es war uns wichtig, einen Startpunkt der Geschichte zu setzen“, betont Susana de Val. Die studierte Psychologin war bisher als Teilzeitkünstlerin aktiv. „Ich hatte aber das Gefühl, ich brauche mehr Zeit für die Kunst“, erzählt Susana und gibt zu: „Es ist eine willkommene Pause vom Beruf.“ Dass der Start des Ateliers durch die Pandemie etwas verlangsamt wird, findet das Künstlerpaar zwar schade, betont aber: „Wir nutzen die Zeit, um die Region besser kennenzulernen und uns zu vernetzen.“

Kunstraum als Ort der Begegnung
Besonders freut sich das Paar, wenn Leute mit eigenen Ideen auf sie zukommen. Bisher liegt der planerische Fokus auf Tagesevents: „Da haben wir verschiedene Ideen. Gemeinsam kochen, Lesungen oder auch Abende, an denen Rotwein und Gin Tonic serviert wird.“ In ihren vier Wänden möchten die Künstler nicht nur ihre eigenen Arbeiten zeigen, sondern auch einen Ort für unterschiedliche Kulturveranstaltungen schaffen. „Es ist spannend zu sehen, wie Leute zusammenkommen und Dinge entstehen lassen“, beschreibt Susana die Intention der beiden.

Schnelle Autos, bunte Farben
Autos sind Markus‘ große Leidenschaft, wie sich in den Kunstwerken des gelernten Autodesigners unschwer erkennen lässt. Immer wieder zieren Sport- und Geländewagen die Bilder seiner Werkserie „Racing Legends“. Die zusätzliche farbliche Gestaltung kreiert die einzigartige Stimmung der Kunstwerke. Das kommt auch als Geschenkidee für Autoliebhaber an. „Immer wieder gibt es Auftragsarbeiten, bei denen Fotos der Lieblingsautos eigesendet werden, die ich dann künstlerisch ausgestalte.“ Markus‘ Arbeit beginnt dabei mit der digitalen Bildbearbeitung „Die Fotos habe ich und die Arbeit beginnt am Bildschirm. Ich wähle ein beliebiges Bild aus, am nächsten Tag wäre es bestimmt ein anderes. Die Fotos werden dann als Druck mit Farben bearbeitet“, erzählt Markus und fügt an: „Ich ergänze das, was das Foto nicht hat.“ So entsteht ein Mix aus Kontrolle und spontaner Kreativität.

Kunstharz birgt neue Herausforderungen
Seit Anfang des Jahres arbeitet das Paar zudem mit Kunstharz und dabei läuft die Uhr, denn die Kombination aus zwei Komponenten wird nach 30 Minuten hart. „Ich arbeite eher langsam und denke sehr viel nach. Was drückt die Farbe aus und was will ich eigentlich ausdrücken? Da war ich auch schon manchmal zu langsam“, berichtet Susana von den Herausforderungen der neuen Technik.
Dass die beiden Künstler zuvor in anderen Berufen tätig waren, hilft ihnen in ihrer Kunst. „Ich empfinde es als Vorteil, kein ausgebildeter Künstler zu sein. Ich bin nicht ganz so egoistisch, als Designer musste ich Kompromisse eingehen“, meint Markus. Auch Susana bringt ihre Erfahrungen als Psychologin in ihre Kunstwerke ein: „Ich habe viel in Kriegsgebieten gearbeitet. Viele der Menschen dort nutzen die Kunst, um das zum Ausdruck zu bringen, was nicht gesagt werden kann. Die Kunst ist für mich daher eine Verbindung zu meiner inneren Welt.“
Bei wem das Interesse nun geweckt ist, darf gerne im STUDIO h49 vorbeischauen. Zur Terminvereinbarung einfach eine Mail an
info@studio-h49.com schreiben.

Tags:

Dies könnte auch interessant sein