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Abos mit gewissen Vorzügen

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Eine Plattform, um Inhalte für Geld auf Abonnement-Basis zu verbreiten ist nichts Neues. Um OnlyFans herrscht seit Beginn der Pandemie aber ein regelrechter Hype. Aus guten Gründen?

von Rodney Fuchs

Die Pandemie hat viele Branchen verändert. Sowohl die Kultur als auch die Gastronomie und der Tourismus sind besonders stark betroffen. Fremdenverkehr gibt es jedoch nicht nur innerhalb von Hotels, sondern auch im Rotlichtmilieu, das seit Beginn der Pandemie ebenfalls geschlossen ist. Doch mit der fortschreitenden Digitalisierung ergeben sich auch für Sex-Arbeiter:innen neue Möglichkeiten. Der Verkauf von Medien, wie Fotos oder Videos, oder gar live Chats sind bereits seit Jahren ein Teil dieses Business, das nun durch Plattformen wie OnlyFans zu einer Perspektive wurde, die einigen durch die Pandemie geholfen hat.
Das Prinzip hinter OnlyFans ist simpel. Es handelt sich um ein soziales Netzwerk, das jedoch nicht öffentlich ist, sondern nur nach Anmeldung seine Inhalte offenbart. Darüber hinaus muss man die jeweiligen Channels abonnieren, um die Inhalte sehen zu können. Oft ist dieses Abonnement an einen monatlichen Geldbetrag gebunden, der bei den jeweiligen Content-Creator:innen ankommt, während sich die Plattform ebenfalls einen prozentualen Anteil von 20 Prozent einbehält. Im Grunde ist OnlyFans eine Alternative zu Modellen wie Patreon oder Steady. Mit dem pikanten Unterschied, dass die Plattform zu einer Quelle für intime Inhalte geworden ist.

Benötigt es so etwas überhaupt?
Das Internet ist voller Inhalte, die wir über Suchmaschinen finden können. Es gibt kaum Inhalte, die wir nicht auch auf kostenlosen Wegen rezipieren können und jeder, der das Internet kennt, weiß das. Wieso also ein Abonnement eingehen, um Dinge zu sehen, die wir auch kostenlos finden könnten? Aus Gründen der fairen Vergütung. Wir zahlen Monatsbeiträge für unsere Lieblingsmusik, für Live-Fußball oder etwa einen Verein. Wieso sollten wir dies nicht bei Menschen tun, die wir bewundern? Menschen, die uns mit ihrer Arbeit inspirieren und jede Menge Zeit in die Erstellung von digitalen Medien stecken.
Bloggen ist ein Hobby, das viel Arbeit und Begeisterung von den Blogger:innen abverlangt. Insbesondere wenn das eigene Blog professionell gestaltet werden soll, ist dies meist eine Arbeit, die nicht vergütet wird, in den meisten Fällen sogar Kosten verursacht. Wir sollten uns anhand dieser Erkenntnis also klar machen, dass wir Menschen, die uns etwas geben, das uns gefällt, in ihrem Business unterstützen. Um welche Art von Content es sich dabei handelt, ist abhängig von den jeweiligen Creator:innen, erzählt Maria, die selbst auf der Plattform ein Profil besitzt.

Inside OnlyFans
Maria nutzt OnlyFans seit Januar 2021 und zwar, weil sie nach eigener Aussage auf der Plattform machen könne, was sie will und damit nebenbei etwas Geld verdienen kann. Diese Freiheit fußt auch auf der Tatsache, dass auf der Plattform nur volljährige Personen, die eine Kreditkarte besitzen, angemeldet sein können. „So kann ich Bilder, die ich total schön und ästhetisch finde, dort teilen. Auf Instagram wäre das zum Beispiel nicht möglich.“ Darüber hinaus spricht sie davon, dass die Tonalität auf der Plattform eine andere ist. „Der Social-Media typische Hass ist dort nicht vorhanden. Wahrscheinlich weil die Menschen, die einem folgen auch wirklich an den Inhalten interessiert sind und dafür zahlen.“
Angst davor, von Personen aus dem näheren Umfeld auf dieser Plattform entdeckt zu werden, hat Maria nicht mehr: „Anfangs schon, aber das lag auch daran, dass es für mich komplettes Neuland war. Mittlerweile stehe ich dazu, weil es meine eigene Entscheidung war.“ Dennoch fügt sie an, dass diese Situation natürlich immer vorkommen kann und man damit klarkommen müsse.

Alles kann, nichts muss
Selbst schaut sich Maria keine Inhalte von anderen Creator:innen an, wie sie sagt. „Die Unterscheidung zwischen Konsument:innen und Content Creator:innen ist bei der Erstellung des Accounts klar gegeben.“ Dennoch tauscht sie sich mit anderen Menschen, die auf der Plattform Inhalte veröffentlichen, aus. Aus diesen Gesprächen weiß sie, dass sich auf der Plattform eine Bandbreite an Inhalten finden lässt. „Von Fetisch bis hin zu Nudes, oder wirklich professionellen Aktbilder. Die Grenzen setzt man selbst. Auch wenn OnlyFans eher einen verruchten Ruf hat, ist es eigentlich nur das, was man daraus macht.“

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