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Gesellschaft

Crime 255

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Von leichter Beute und schweren Jungs, oft nicht witzig und häufig zum Schießen: Wir präsentieren die Top-Verbrechen aus dem STUZ-Gebiet.

Mit der Frechheit ist es wie mit dem FC Bayern München: Sie siegt, aber dann eben doch nicht immer. Im Falle des versuchten Rollerdiebstahls direkt gegenüber dem Polizeirevier am Wiesbadener Platz der Deutschen Einheit erfuhr sie eine Niederlage. Zwei der drei frechen Jungs wurden dingfest gemacht, kassierten eine Anzeige und wurden ihren Eltern übergeben.

Mindestens genauso frech, wenn nicht noch frecher, trieb es ein 51-Jähriger in der Mainzer Augustinerkirche. Er entwendete dort ein Bronzekreuz sowie drei Altarkerzen. Womit dieser gottlose Mensch nicht gerechnet hatte: Er war von oben beobachtet worden. Und zwar nicht nur vom Lieben Gott, sondern auch von der Überwachungskamera. Da die Cops ihn bereits kannten, war es ein leichtes, den Fall zu lösen und die religiösen Reliquien der Ordensschwester zu übergeben, die die blasphemische Tat zuvor gemeldet hatte. Spielstand bis hierher: Frechheit vs. Polizei 0:2.

„Gerade als die Einsatzkräfte beabsichtigten, das Mehrparteienhaus zu betreten, kam ein blutbeschmierter, lediglich mit einer Hose bekleideter Mann aus dem Haus gelaufen.“

In Wohnung randaliert und Einsatzkräfte beleidigt“ lautet die Überschrift einer Pressenotiz aus dem Präsidium Westhessen, dessen Einsatzkräfte alarmiert wurden, weil in Mainz-Kastel jemand selbstgefährdend eskalierte. „Gerade als die Einsatzkräfte beabsichtigten, das Mehrparteienhaus zu betreten, kam ein blutbeschmierter, lediglich mit einer Hose bekleideter Mann aus dem Haus gelaufen.“

Würden wir nun die Beleidigungen des verletzten Wüterichs gegen die Cops als Frechheit werten und es als Niederlage der Frechheit werten, dass er trotzdem mit aufs Revier und einen Drogentest (positiv) über sich ergehen lassen musste, so würde es bereits 0:3 aus Sicht der Frechheit stehen, und das Siegerimage der Frechheit wäre spätestens hier massiv angekratzt, also hier der frühzeitige Abpfiff.

„Er erkundigte sich danach, was denn gerade passiert sei.“

Spannender ist ohnehin die Frage, bis zu welchem Punkt es sich noch um Frechheit handelt und ab wann wir es mit Dummheit zu tun haben. Hier real crime aus genau diesem Grenzgebiet, Tatort Ingelheim: Ein 21-Jähriger vollzog mit seiner motorisierten Penisverlängerung bayrischen Fabrikats ein derart leidenschaftliches Abbiegemanöver, dass er glatt in einen parkenden Pkw bretterte. Nach kurzer Inaugenscheinnahme der Bescherung entfernte er sich vom Ort des Geschehens, was Zeugen beobachteten. „Noch während sich die alarmierten Funkstreifen der Polizeiinspektion Ingelheim auf der Anfahrt befanden, meldeten sich die Zeugen erneut und teilten mit, dass der Fahrzeugführer erneut an der Unfallstelle erschienen war – diesmal jedoch zu Fuß. Er erkundigte sich danach, was denn gerade passiert sei.“ Die Tarnung als Schaulustiger funktionierte nicht, die eintreffende Polizei nahm gleich noch einen Alkoholtest vor, Ergebnis: 1,4 Promille. Frechheit oder Dummheit? Der Autor dieser Zeilen sagt Dummheit, aber urteilen Sie selbst.

Womit die Promillerekordjagd eröffnet ist. Mit 1,5 Promille wird der Fake-Schaulustige knapp von einem 42-Jährigen überboten, der auch nicht nur einen, sondern gleich mehrere Unfälle verursachte, und dies sogar in zwei Bundesländern. Ähnlich der VW-Fahrer, der mit „über zwei Promille“ Silber einfährt: „Der 49-Jährige war gegen 17.50 Uhr mit seinem VW Touran auf der Hermannstraße in Richtung Bismarckring unterwegs, als er beim Rechtsabbiegen in den Bismarckring die Kontrolle über sein Auto verlor und gegen einen Baum krachte. Nach der Kollision setzte der Autofahrer die Fahrt auf dem Bismarckring über den Sedanplatz bis in Seerobenstraße fort, wo er dann mit einem am Straßenrand geparkten Auto zusammenstieß. Auch hier flüchtete der 49-Jährige von der Unfallstelle weiter in Richtung Lahnstraße und verunfallte beim Abbiegen in die Karl-Josef-Schlitt-Straße mit einem weiteren geparkten Auto.“ Respekt. Gold geht nach Nieder-Olm, wo es ein 47-jähriger Schlangenlinienfahrer auf stolze 2,5 Promille gebracht hat. Applaus.

„Damit sollten nach der Vorstellung der Beschuldigten bürgerkriegsähnliche Zustände verursacht und schließlich das demokratische System in Deutschland gestürzt werden.“

Besonders lauten Applaus und ein großes Danke von uns noch an die Ermittelnden, die eine Gruppierung mit dem bezeichnenden Namen „Vereinte Patrioten“ hochgenommen haben, „deren erklärtes Ziel es ist, Einrichtungen der Stromversorgung zu zerstören, um einen länger andauernden bundesweiten Stromausfall herbeizuführen. Damit sollten nach der Vorstellung der Beschuldigten bürgerkriegsähnliche Zustände verursacht und schließlich das demokratische System in Deutschland gestürzt werden. Zudem war die Entführung bekannter Personen des öffentlichen Lebens Bestandteil der Pläne.“ Es läuft einem kalt den Rücken runter. (inh)

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