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Mainz

Kletterspaß im Affencamp

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„Mach das mal für uns“, so in etwa ist der Start in die Reisebranche für Paul Enders, 36, APACAMPA-Gründer und seit 2014 ausstudierter Sportwissenschaftler. Ein Beitrag aus der neuen STUZ-Reihe über Startups aus der Region.

von Michael Süss

Malte vom Studentischen Sportausschuss (SSA) der Mainzer Uni gibt den Anstoß. Er bekommt mit, was Paul 2011 im Camp im südfranzösischen Departement Ardèche macht. Kommt davon, wenn man nett ist und auch noch das passende Geschick mitbringt. 2012 organisiert er dann alleine eine Fahrt in die Chassezac- Schlucht mit 31 Teilnehmern. Das Feedback ist so gut, dass Paul aktiver Partner des SSA wird und weiterhin das Outdoor Action Camp in Frankreich organisiert. Von nun an ist Paul neben der Fachschaftsarbeit auch im Programm des SSA eingebunden. Nach Ende des Studiums organisiert er 2015 die BuFaTa, Bundesfachschaftentagungen Sport, mit 300 Studierenden aus 35 Hochschulstandorten. Bis 2017 dauert es noch, dann fühlt sich der gebürtige Dieburger berufen, die Outdoor-Reisen auf die nächste Ebene zu hieven. APACAMPA wird geboren, ein Wortspiel aus Apa, dem schwedischen Wort für Affe und Campa für Lager. Seine Art des Reisens ist immer schon naturverbunden, so sehr, dass auch das Fliegen inzwischen Tabu ist für Paul. Momentan wird die Reise in Neunsitzer-Bussen organisiert. „Ich hab mich am Anfang gewundert und dachte, hä die kennen sich ja alle schon. Aber alleine die Anreise sorgt bereits für viel Gruppendynamik.“ Die 900 Kilometer zur Ardèche werden mittlerweile garniert mit einer Übernachtung in einer Saarländischen Kletterhalle entweder in St.Wendel oder Saarlouis bei, na klar, Pauls Freunden. Das ist für viele schon mal der erste unbezahlbare Coolnessfaktor, vor allem weil es gratis ist! In den Camps werden Spaß, Kameradschaft und Abendteuer hochgehalten, der ökologische Fußabdruck, gemäß Codex, wie bei der Anfahrt, aber niedrig. Und das gilt von Anfang an für Pauls Touren: Gekocht wird im und fürs gesamte Team vegetarisch, sehr vieles auch vegan, eingekauft sehr viel auf lokalen Märkten. Beim sportlichen Teil im „Affenlager“ mit Canyoning, Flusswandern, Wandern, Klettern oder Kanufahren spielt die Rücksicht auf die Natur eine wichtige Rolle. Um studentische Reisen überhaupt anbieten zu können, werden Kooperationen mit Unis und Hochschulen geschlossen. Solche Deals gibt es unter anderem mit Leipzig, Darmstadt, Bielefeld. „Wichtig ist es, immer vor Ort mit den Leuten zu reden, da hilft mir mein Job bei E.O.F.T.“ Der Anbieter von Natur-Action-Filmen tourt quer durch Deutschland und Europa, um Sportfilme in Kinos zu zeigen. Paul Enders ist in vielen Städten der Mann vor Ort. „Das ist nicht nur mein Brotjob, ich habe vormittags oft Zeit und kann so persönliche Gespräche in den Städten mit Hochschulsportteams von Unis führen. Das hilft unheimlich dabei, meine Touren in den Sportprogrammen der Unis zu platzieren.“ Paul ist der Motor seines Unternehmens, aber er ist auch Teamplayer. Oft werden aus Teilnehmenden die zukünftigen Teamer:innen. Manchmal wachsen die Ideen verschiedener Leute zusammen, wie beim Wakeboarden in Bayern oder dem UP-Stream-Surfen in Österreich. Als alles so richtig in Schwung gekommen zu sein scheint, kommt Corona. „Ich habe die Chance genutzt, um nochmal über den Tellerrand zu blicken.“ Die Zwangsauszeit bedeutet umdenken und als Fazit: APACAMPA erst mal einzumotten. Paul wird nach einer begleitenden Ausbildung akademischer Quereinsteiger in einer Grundschule in Wiesbaden-Erbenheim. „Mir hat der Job mit Kindern riesig Spaß gemacht. Die Zweidrittelstelle war auch ok, ich hab wieder angefangen an die Zukunft zu denken.“ Nach der Zeit zum Nachdenken ist für Paul klar: „Nun aber richtig! Alle meine Freunde hatten wieder Bock und scharrten mit den Hufen. Wir sind schon Bewegungsfreaks.“ Aber anscheinend haben auch seine Freunde nachgedacht. „Es kamen viele neue Ideen und Leute dazu, wie das Yoga-Camp und Partneranfragen aus der Schweiz.“ Nun gibt es zudem eine Homepage mit automatisierter Buchungsfunktion und den Plan der Professionalisierung. Work and Travel ist ebenso ein Bestandteil wie die „Stadtaffy- Teams“, die vornehmlich in Hochschulstädten die Werbetrommel rühren. „Ich suche Business- Partner:innen und jemanden im Bereich Marketing, die sich an der Marke „APACAMPA“ beteiligen, die sollten sich natürlich mit nachhaltigem Reisen und der Art unseres freundschaftlichen Miteinanders identifizieren können.“

Foto: Paul Enders


WTF

Web: apacampa.de
Phone: +491785218834
Mail: paul@apacampa.de

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