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Wiesbaden

Skaten im Schatten des Krans

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Das Kasteler Rheinufer mausert sich zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. Ergänzt wird dieses freie Treiben bald durch die neue Freizeitanlage „Am Kransand“. Besonders Skater und Co. werden sich hier wohlfühlen. STUZ war vor Ort.

von Hannah Maertin

So kennt man das Kasteler Rheinufer bereits: Musiker:innen unter der Brücke, regelmäßige Salsa-Tanzabende, Autotuning- und Graffitibegeisterte neben Familien und jungen Leuten, die spazieren gehen und Sport machen. Vom Wiesbadener Image als langweiliger Kurstadt findet hier keine Spur. Das neue Freizeitgelände „Am Kransand“, das direkt auf dem ehemaligen Kies-Menz-Gelände nördlich der Theodor- Heuss-Brücke errichtet worden ist, wird diese freie Kulturszene nun bald ergänzen. „Die Fertigstellung naht, die Eröffnung im Frühjahr 2023 ist sicher“, berichtet die Wiesbadener Pressereferentin Ilka Gilbert-Rolke. Zu bieten hat das Gelände: einen Skatepark mit BMX-Fläche, eine Boulderwand, eine Calisthenics- und Parkour- Anlage sowie einen Sandspielbereich mit einem Kletter- und Balancierelement für jüngere Kinder. Die entstandenen Aufenthaltsbereiche sind von Bäumen umsäumt und werden Raum für entspanntes Zusammensitzen und Pausieren bieten, daneben ein Kiosk und Platz für einen Foodtruck.

Öffentlicher Raum muss sexy werden

Gilbert-Rolke weist darauf hin, dass die Bedürfnisse an eine solche Fläche wesentlich größer und die Ideen aus der Bevölkerung wesentlich vielfältiger seien, als sie die Größe des Geländes auch nur im Ansatz decken könnte. Ein Problem, das sich so auch in gesamtstädtischen Studien abgezeichnet hat. Der Mangel an Freizeitund Erholungsflächen betrifft alle, in besonderem Maße aber Jugendliche. Das „Handlungsprogramm Jugend“ der Stadt Wiesbaden versucht dem entgegenzuwirken, unter anderem durch die Mitfinanzierung des Kransand- Projekts. Getreu des hessischen Mottos „Mache, ned babbele“ zeigt die Landeshauptstadt Initiative und will als nächstes die Umgestaltung des Elsässer Platzes in Angriff nehmen.

Hoffnung für Rollsportgemeinde

Beim Design des Freizeitareals lag ein Hauptaugenmerk auf der Gestaltung des Skateparks. Dieser ist für Skateboard, BMX, Scooter, Inliner und in gewissem Maße auch für WCMX (Wheelchair Motocross oder Rollstuhlskaten) geeignet. Zu seinen Elementen gehören verschiedene Ramps und Transitions, die durch eine Spine und einen Wobble ergänzt werden, eine Ramp-Extension mit Poolcoping, Banks, Bankhips, eine Downledge, ein Downrail und eine freistehende Corner, eine Ledge mit angrenzendem Manual Pad und Flatrail sowie zwei anthrazitfarbene Curbs im Eingangsbereich.

Wer jetzt anstelle von Stirnfalten Herzklopfen hat, gehört vermutlich zur gerade stark anwachsenden Gemeinde der Rollsport-Begeisterten, für die sich Wiesbaden nicht zum ersten Mal stark macht. So wurde das Gelände rund um den Schlachthof bereits 2008 mit einer Skateanlage und einem Pumptrack ausgestattet. Für die Skater:innen der Region war dies leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn das Angebot ist nach wie vor unzureichend. Gerade weil Skaten in den letzten Jahren wieder zum Trendsport avanciert ist. „Überall sind die Anlagen mit Scooter-Kids überfüllt“, berichtet ein alteingesessener Skater aus dem Rhein-Main-Gebiet frustriert. Skaten mache abgesehen von den Contests keinen Spaß mehr. Ob „Am Kransand“ ausreichen wird, um die Nachfrage zu stillen, bleibt abzuwarten. Wir rufen trotzdem schon Bravo und freuen uns, dass das Engagement der Stadt genau da ansetzt, wo es gebraucht wird: draußen, inmitten des Lebens.

Foto: Maier Landschaftsarchitekten

Anm.d.Red.: Die Eröffnung konnte nun sogar bereits am 14.12. des vergangenen Jahres stattfinden. Der Park steht nun also bereits alles offen. Lediglich Kiosk und Foodtruck fehlen noch.

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