Lade

Tippen zum Suchen

Gastro Gesellschaft Mainz Stadt

Wissenschaft in der Kneipe?

Das Festival „Pint of Science“ bringt vom 18. bis 20. Mai die Wissenschaft in drei verschiedene Mainzer Lokalitäten. Dadurch sollen Forschende mit einem breiten Publikum ins Gespräch kommen und komplexe Themen neu erklärt werden.

von Hendrik Mitter

Das Konzept des Pint of Science Festivals besteht darin, dass in Bars wissenschaftliche Vorträge gehalten werden. Seit 2012 findet das Festival in verschiedenen Ländern statt. „Ursprünglich stammt die Idee von einer Reihe von Wissenschaftlern der Cambridge Universität in England, die mehr in Kontakt mit der Öffentlichkeit treten wollten. Und in einer Bar findet man gerade jene Leute, die nicht an einer Uni arbeiten und forschen“, erklärt Chiara Galante, die als Head of Publicity deutschlandweit und als City Co-Coordinator in Mainz für das Festival tätig ist. Zudem sorgt die Atmosphäre einer Bar für eine ausgelassenere Stimmung als der Hörsaal einer Uni: „Es ist da viel entspannter, sodass viel eher eine Unterhaltung entsteht, als wenn man den Leuten einfach eine Vorlesung hält“, erklärt sie weiter. Damit es zu einem Austausch kommt, sollen die Vortragenden nur etwa 20 bis 25 Minuten ihres einstündigen Zeitfensters vortragen. Die restliche Zeit ist für die Diskussion mit dem Publikum vorgesehen.

Denn das primäre Ziel des Pint of Science besteht in einer Verbesserung der Wissenschaftskommunikation. Dem breiten Publikum sollen nicht nur wissenschaftliche Fakten oder Ergebnisse präsentiert werden. „Das Publikum lernt dabei auch, wie Wissenschaftler arbeiten, warum ihre Forschung Relevanz für das alltägliche Leben hat und warum es auch unter Wissenschaftlern häufig Meinungsverschiedenheiten gibt“, betont Chiara Galante.

Herausforderung für die Wissenschaftler
Diese Situation ist auch für die Vortragenden neu. „Es geht vor allem darum, wissenschaftliche Zusammenhänge auf eine Art und Weise zu präsentieren, sodass es auch Laien verstehen“, beschreibt India Sawyer, die als City Co-Coordinator für die Publicity des Festivals in Mainz zuständig ist. Dieser Austausch sei deshalb auch für die Vortragenden so wichtig, weil man sich sonst nur mit anderen Wissenschaftlerinnen über die Themen austauscht, an denen man forscht. „So bekommt man vom Publikum Fragen, die man sonst von anderen Wissenschaftlern nicht bekommen würde“, erläutert Sawyer die Idee hinter der Veranstaltungsreihe.

Jana Schepers ist eine der Wissenschaftlerinnen, die während des Festivals einen Vortrag halten wird. Sie arbeitet am Institut für Pathobiochemie der JGU Mainz und wird über ihre Forschung im Bereich der molekularen Zellbiologie sprechen, die Relevanz für die Erforschung der Parkinson-Erkrankung hat. Auch Jana Schepers sieht in dem Pint of Science Festival einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation. „Wir sehen, dass viele Leute relativ skeptisch der Wissenschaft gegenüberstehen“, was vor allem daran liege, dass Wissenschaftler primär unter sich bleiben und nicht daran gewöhnt sind, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. „Ich glaube, viele Menschen haben die Kapazität, wissenschaftliche Prozesse gut zu verstehen, es wird einfach nicht richtig gut kommuniziert“, konstatiert Jana Schepers.

Um sich auf diese ungewohnte Kommunikation mit einem Publikum außerhalb der Wissenschaft einzustellen, erhalten die Vortragenden vorab einen Online-Workshop. In diesem werden sie darauf vorbereitet, wie man seinen Vortrag möglichst unterhaltsam und anschaulich gestaltet und wie man das Publikum miteinbeziehen kann.

Mehr Sichtbarkeit
Zudem schafft das Festival mehr Sichtbarkeit. „Es gibt eine ganze Armee von Promovierenden, Doktorandinnen oder Masterstudierenden, die harte Arbeit leisten, die man in der Öffentlichkeit aber nie sieht. In der Regel sieht man nur die Profs“, erzählt Chiara Galante. Das Pint of Science Festival gibt diesen Wissenschaftlern eine Bühne und Anerkennung. Insbesondere jüngere Wissenschaftler oder Frauen versucht man gezielt zu unterstützen.

Termine für Mainz
Das Pint of Science-Festival findet in Mainz vom 18. bis 20. Mai statt. Am 18. Mai stehen im Aposto die beiden Vorträge „Let‘s talk about sex“ von Annika Djolai und „Der nie endende Kampf in unserer DNA“ von Rene Ketting zum Thema „The Battle of the Sexes – Von den Genen zu den Tieren“ auf dem Programm. Am 19. Mai werden im Wallenstein die beiden Vorträge „Überwindung der Blut-Hirn-Schranke mit Nanokapseln“ von Mongkhol Prawatborisut und „Das Geheimnis der Fliegenden Flüsse“ von Sebastian Brill zum Thema „Zwischen zwei Welten – zwischen Einbruch und Erkundung“ gehalten. Alternativ warten im 3SEIN die Vorträge „From pint to processor“ Piet Swinkles und „Is an old mate worth the wait?“ von Claudia Crowther unter dem Motto „Brew-Mance – Intellect and relationship“. Abschließend kann man am 20. Mai erneut im Aposto in den beiden Vorträge „A Pint of Zellbiologie: Hefe & Parkinson“ von Jana Schepers und „Proteine – Die molekularen Maschinen des Körpers“ von Eric Schmitt herausfinden, wie Nährstoffe das Altern beeinflussen. Der Einlass ist jeweils um 17:30 Uhr, die Vorträge beginnen um 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro.

Tags
Vorheriger Artikel