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Ein Hemd wie Urlaub

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Christian Jakob und Rebecca Schmalenbach sind Deutschlands erstes Hawaiihemdlabel. Der Clou: Die Muster haben immer regionalen Bezug und es gibt sogar eins mit Wiesbadener Stadtwappen.

von Inken Paletta

Hawaiihemden zu tragen, fühlt sich für mich wie Urlaub an. Die Muster machen einfach richtig gute Laune“, schwärmt Christian Jakob, Inhaber des Wiesbadener Modelabels Schönwetterfront und halber Filipino. „Meine Oma kommt übrigens aus Hawaii.“ Aus der Passion entstand die Idee für ein eigenes Modelabel. „Anstatt der gängigen Südseemotive wie Palmen, Hibiskusblüten und Kokosnüsse, zieren florale Muster mit regionalem Bezug wie Rieslingtrauben, Löwenzahn und Vergissmeinnicht unsere Hemden. Und es gibt auch ein Muster mit dem Wiesbadener Stadtwappen.“

Wiesbadens Stadtwappen als Inspiration fürs eigene Modelabel
Entstanden sei die Geschäftsidee beim Schlendern durch die Wiesbadener City. „Ich fand, dass sich die Lilien des Stadtwappens ideal für ein Hawaiihemdmuster eignen“, so Jakob, der damals für die Wiesbadener Werbeagentur schoenmueller und heute als Herr Jakob neben seinem Modelabel freiberuflich als Designer für Logo-, Corporate- und Webdesign tätig ist. „Damals war ich gerade auf der Suche nach einem neuen Grafikprojekt“, erzählt er. Und so habe er neben dem Wiesbadener Hawaiihemdmuster weitere Motive mit regionalem Bezug designt und auf einem eigenen Blog präsentiert. „Ein guter Freund überzeugte ihn schließlich, dass ein „Hawaiihemd mit deutschen Mustern eine geniale Geschäftsidee sei“, und so gründete Jakob inspiriert vom Aloha, sein eigenes Modeunternehmen. Außerdem holte er Rebecca Schmalenbach mit ins Boot. „Wir kennen uns aus der Agentur. Rebecca ist gelernte Schneiderin und so habe ich sie gefragt, ob sie Lust hat nach Feierabend ein paar Hawaiihemden zu nähen“, erzählt er. Gemeinsam starteten sie daraufhin auf Startnext ihre eigene Crowdfunding-Kampagne. „Es war auch für uns ein Test, ob unsere Produktidee ankommt“, so Schmalenbach.

Dreißig Bestellungen übers Wochenende
Doch die Bedenken waren unbegründet. Als die überregionale Presse auf das junge Modelabel aufmerksam wurde, waren die ersten Hemden ruckzuck ausverkauft. „Wir mussten sogar den Shop zeitweise offline nehmen, weil wir mit den Bestellungen nicht nachkamen. Mit so einer Resonanz haben wir echt nicht gerechnet“, meint Schmalenbach. Das sei natürlich eine Herausforderung gewesen, aber es habe geklappt. „Im zweiten Jahr haben wir uns dann Unterstützung durch eine Schneiderei in Sachsen gesucht“, so Jakob. Doch zunächst stand noch ein ganz anderes Problem im Raum: „Als wir unseren Markennamen eintragen lassen wollten, erfuhren wir, dass sich bereits ein anderes Unternehmen daran europaweit die Recht gesichert hat.“ So musste schnell ein neuer Markenname her. „Und da kam mir der Name Schönwetterfront in den Sinn. Im Nachhinein war das vielleicht sogar die bessere Wahl. Unser neuer Markenname spiegelt die Intention hinter unseren Produkten perfekt wider: Mode, die auch im Alltag ein Urlaubsgefühl vermittelt – gepaart mit einer Portion richtig guter Laune.“

Langlebig, fair trade und nachhaltig
Jakob und Schmalenbach legen großen Wert auf Qualität und fair trade. „Alle Stoffe werden in Deutschland bedruckt. Auch die Knöpfe sind von deutschen Zulieferern“, so Jakob. „Gerade setzten wir uns auch verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander.“ Im Online-Shop gibt es mittlerweile neben den vier Ursprungsmotiven weitere Shirts zum Beispiel ein Grie Soß-Hemd, in Anlehnung an die Frankfurter Grüne Soße, ein Bayernshirt mit Enzianmotiv und ein Shirt im Bembel-Look. Für die neue Frühjahrskollektion haben sich die zwei etwas ganz Originelles einfallen lassen: Ein Nordseehemd mit Fischkuttern, Leuchttürmen und Wellen und ein Schwarzwaldhemd mit Kiefern, Fichten und Kuckucksuhren. „Alle Hawaiihemden sind übrigens aus hochwertiger Bio-Baumwolle und haben deshalb auch ihren Preis.“ Für die jüngere, preisbewusstere Generation unter 30 bieten die beiden deshalb etwas günstigere, stylishe T-Shirts mit aufgenähten Taschen aus bunten Hawaiistoffen sowie fetzige Schirmmützen mit Aloha-Schriftzug an. „Wir legen grundsätzlich wenig Wert auf Trends aus der Modewelt. Uns ist es vielmehr wichtig, die Augen nach neuen, nachhaltigen Produktionsmöglichkeiten und Materialien offen zu halten“, meint Jakob. „Wir schätzen hochwertig verarbeitete, langlebige Kleidungsstücke.“ Besonders freut sich der Jungdesigner auf seine geplante Reise nach Hawaii und darauf, seine ausgewanderte Verwandtschaft von den Philippinen wiederzusehen. „Eine Reise nach Honolulu ist auch eine tolle Möglichkeit, um ein paar der ortsansässigen Haiwaiihemden-Produzenten zu besuchen und sich auszutauschen. Das ist die beste Inspirationsquelle für neue, stylishe Hawaiimuster à la Schönwetterfront!“

Wiesbadener Modelabel Schönwetterfront
Christian Jakob (Design & Marketing) und Rebecca Schmalenbach (Produktion & Vertrieb)
www.schoenwetterfront.de
www.herrjakob.de

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