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Gastro Kultur

Lichter aus.

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Die Clubs sind zu, die Nachtaktiven weichen aus: Winterhafen und Neubrunnenplatz waren die In-Spots des Sommers und zogen scharenweise junge Menschen an. Wochenends war es da vor allem eins, nämlich voll. Bis in die späte Nacht wurde dort gefeiert. Nach zahlreichen Anwohnerbeschwerden war damit dann Anfang August Schluss. Die Reaktion der Behörden: Das Areal von Land und Wasser aus hell erleuchten und die Partypeople vertreiben. Problem gelöst? Wohl kaum.
Ende August schuf sich die Stadt dann selbst einen Hotspot auf dem – wo sonst – Schillerplatz. Dort sollte die nicht unumstrittene City-Oase bis September bleiben, wurde allerdings wegen zu vielen Menschen und Hygieneverstößen nach dem Premierenwochenende komplett abgeblasen. Klassisches Eigentor.

In den Mainzer Bars herrscht indes reges Treiben – das ist auch gut so, allerdings: Hygienemaßnahmen werden vor allem in den Läden der späten Stunde kaum eingehalten. Währenddessen sind geräumige Clubs geschlossen und kämpfen, auch dank der mageren Unterstützung von Stadt und Land, ums Überleben.
Die in die Jahre gekommene Mainzer Politik ist auf beiden Ohren taub und schaut konsequent weg, wenn es um Nachtkultur geht. Das stößt vor allem jungen Menschen übel auf. Mit erhobenem Zeigefinger rügt die Politik die auch ökonomisch wichtige Gruppe der Nachtschwärmer! Die sind es nämlich, die eine Stadt beleben, kreativ sind, aus Mainz die beliebte Studentenstadt machen.
Die Verantwortlichen haben es versäumt, ordentliche Lösungen zu finden, lassen die Club-

szene hängen und wissen nur mit der harten Keule zu antworten. Das Partyproblem wird vom einen zum anderen Ort verlagert. Trotz Corona und den unumstritten notwendigen Schutzmaßnahmen, müssen Konzepte her, wie Clubs und Feiernde langsam in „Normalität“ zurückfinden können. Vorsichtige Prognose: geschieht dies aber nicht, wird die Zahl nicht kontrollierbarer privater Hauspartys sicher steigen.
Am Winterhafen gehen also die Lichter an, in der Nachtkultur dafür bald aus – und das für immer. Die Stadt muss umdenken, Feiernde nicht als nerviges Beiwerk betrachten, Anwohnern, die in die zentralen Hotspots ziehen, klar machen, dass Lärm hier dazu gehört. Ansonsten wird Mainz vor allem bald eins sein: noch langweiliger.

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