News im Januar
von Caroline Alberta Glabacs
Kunstvoll in die nächste Runde
Das kulturelle Bildungsprogramm „Kunstvoll“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain geht in die 14. Runde. Ab sofort können sich Kooperationen aus Schulen und Kulturakteur:innen für das Schuljahr 26/27 bewerben. Gefördert werden kreative Projekte aus Kunst, Medien, Theater oder interdisziplinären Formaten. Ziel ist es, jungen Menschen Raum für Ausdruck, Dialog und gesellschaftliche Themen zu geben. Die Bewerbungsfrist endet am 18. März. Antragsportal -> Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Digitale Lebensretter
Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland ein flächendeckendes, landeseinheitliches Telenotarztsystem im 24/7-Betrieb eingeführt. Notfallsanitäter:innen können rund um die Uhr digital Notärzt:innen zuschalten – per Audio-, Video- und Datenübertragung. Das stärkt den Rettungsdienst, verkürzt Entscheidungswege und verbessert die Versorgung besonders im ländlichen Raum.
Anti-SLAPP-Gesetz in Sicht
Johannes Maurer spricht beim Mainz Media Forum am 19. Januar, 17 Uhr, über das geplante Anti-SLAPP-Gesetz. Hintergrund ist die EU-Richtlinie von 2024 gegen missbräuchliche Klagen, mit denen Kritiker:innen eingeschüchtert werden sollen und öffentliche Beteiligung erschwert werden soll. Maurer stellt den überarbeiteten Regierungsentwurf vor und erklärt, wie die Änderungen den Anwendungsbereich beeinflussen. Anmeldung zur Online-Veranstaltung bis zum 12. Januar via Mail an: anmeldung@mainzer-medieninstitut.de
Erinnern heißt hinschauen
Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist das neue Programmheft des Landtags Rheinland-Pfalz erschienen. Es bündelt über 50 Gedenkveranstaltungen Anfang des Jahres, von Ausstellungen bis hin zu Führungen, in Mainz und im Land. Im Mittelpunkt steht diesmal das lange übersehene Schicksal von Frauen während der NS-Diktatur. Das Heft ist hier erhältlich: Landtag Rheinland-Pfalz. Es gibt auch eine live Übertragung der Gedenksitzung am 27. Januar im SWR.
Wer verschwindet da?
Der BUND Mainz hat erstmals seit rund 30 Jahren die Bestände von Amphibien und Reptilien im Stadtgebiet erfasst. Das Ergebnis ist alarmierend. Viele Arten sind stark bedroht, besonders die Populationen von Erdkröten und Zauneidechsen sind deutlich zurückgegangen. Gründe sind Trockenheit, Lebensraumverlust, Parasiten und invasive Arten wie die Mauereidechse. Die Studie zeigt Handlungsbedarf auf, etwa durch neue Kleingewässer, und liefert wichtige Impulse für den lokalen Naturschutz.
Neuer Creation Space
Zum 20-jährigen Bestehen fördert die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung mit 435.000 Euro einen neuen “Kalkhof-Rose Creation Space” in der Universitätsbibliothek der JGU Mainz. Der Kreativraum bietet Studierenden aller Fachrichtungen Platz für gemeinsames Arbeiten, interdisziplinären Austausch und innovative Projektarbeit. Auch Lehrende können ihn für praxisnahe Seminare nutzen.
Ausgezeichnete Kleinkunst
Die Preisträger:innen des 54. Deutschen Kleinkunstpreises 2026 stehen fest. Das unterhaus Mainz ehrt Claus von Wagner (Kabarett), William Wahl (Musik), Dr. Pop (Kleinkunst) und Abdelkarim (Stand-Up). Der Förderpreis der Stadt Mainz geht an Ana Lucía, der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz an Gardi Hutter. Die Verleihung findet am 14. März im Frankfurter Hof Mainz statt.
Millionen für Zukunftsthemen
Die Hochschule Mainz erhält über 3,3 Millionen Euro von der Carl-Zeiss-Stiftung und richtet damit zwei Stiftungsprofessuren ein, nämlich nachhaltige Infrastruktur im Fachbereich Technik sowie KI-gestützte Cyber-Resilienz im Fachbereich Wirtschaft. Beide laufen von 2026 bis 2030 und stärken Forschung, Lehre und Transfer in gesellschaftlich relevanten Bereichen.
Studieren wird Luxus
Studierende in Deutschland geraten immer stärker unter Druck: Laut Bundesregierung geben sie etwa 53 Prozent ihres Einkommens für Miete aus. In den meisten Städten reicht selbst die geplante Wohnkostenpauschale nicht annähernd aus, um ein Zimmer zu finden. Gleichzeitig fehlen bundesweit hunderttausende Wohnheimplätze, während soziale Absicherungen durch bürokratische Hürden ins Leere laufen. Der freie Zusammenschluss von Student:innenschaften warnt: Bezahlbares Wohnen ist zur zentralen sozialen Frage geworden. Wann reagiert die Politik?
Foto: Michael Kretzer


