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Wiesbaden

Schätze unter dem Marktplatz

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Ziel des SAM ist der Überblick über die Stadtgeschichte Wiesbadens. Am Markt gelegen wirkt das Stadtmuseum, wofür SAM steht, unscheinbar. Treppen führen vom großen Marktplatz hinunter in die Tiefe eines historischen Kellers.

von Nadine Tannreuther

Auch wenn nicht sehr viele Wiesbadener das SAM kennen und man in diesem „Basement“ eher einen Club oder ein Parkhaus vermuten würde, hat sich das kleine Stadtmuseum über die vergangenen Jahre etabliert. Es finden sich hier geschichtliche aber auch aktuelle Highlights der Stadt Wiesbaden und ihrer Umgebung. Viele Exponate gehören zur eigenen Sammlung und werden in einer Dauerausstellung den Besuchern zugänglich gemacht. „Wie so viele haben wir in diesem Jahr durch Corona ein volles Programm. Einige Veranstaltungen wurden vom letzten Jahr übertragen, auch überregionale Ausstellungen wie die aktuelle Keltenausstellung, die zeitgleich eine Landesausstellung an acht großen Standorten in Deutschland ist“, erklärt Sabine Philipp, die Direktorin des SAMs.

Noch bis Ende Juli läuft die Keltenausstellung, bei der auch die keltische Siedlung, das sogenannte Oppidum, mit seinen jüngsten Fundobjekten vom Dünsberg thematisiert wird. Vermutlich ist Wiesbaden durch seine keltischgermanische Siedlung deutlich älter als bisher angenommen, wie vorrömische Grabausstattungen zeigen. Vielleicht ist die Stadt der Thermen die älteste Stadt in Hessen. Die spannende Epoche der Eisenzeit von 800 vor bis in das erste Jahrhundert nach Christus wird anschaulich dargestellt. Die Keltenausstellung bringt zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder Archäologie ins Stadtzentrum und das mit neunzig Prozent Exponaten, die aus Wiesbadener Stadtteilen und dem angrenzenden Taunus stammen.

Erst seit 2016 residiert das Stadtmuseum an dieser Stelle in den 1900 fertiggestellten Markgewölben nach den Plänen von Felix Genzmer. Die beiden vorherigen Nutzungen als Markt und als Veranstaltungslocation sorgten leider nicht für Publikumszuspruch. Andererseits führte aber auch ein geplatzter Museumsneubau zur Heimatlosigkeit des geplanten Stadtmuseums. Damit war der Weg frei, das Museum mit rund 1300 Quadratmetern am jetzigen Ort zu etablieren. Gleichwohl sind Informationen zum SAM nur schwer zu bekommen. Weder spendierte die Stadt Wiesbaden ihrer identitätsstiftenden Einrichtung eine eigene Homepage noch erfährt man sonst gezielt etwas zu Ausstellungen, beispielsweise mittels Flyern oder Presseveröffentlichungen. Somit bleibt das SAM auf absehbare Zeit auch weiterhin ein Geheimtipp.

Wasser.Macht.Identität

Die Dichte an Informationen und an Exponaten wird so vielleicht zu wenig an Mann und Frau gebracht, aber sie mindert nicht den Enthusiasmus der Macher:innen. So wird die Ausstellung zum Thema Wasser ab 21.September (vermutlich bis zum 29. Januar) im Rahmen des Wiesbadener Wasserjahres Wassernutzung und Badekultur im römischen Wiesbaden bis in die Neuzeit beleuchten und durch erlebnisorientierte Mitmachangebote begleiten. Schließlich basiert der gesamte Ruhm Wiesbadens auf seinen heißen Quellen.

Neben der Stadt Aachen ist Wiesbaden die erste Bäderstadt Deutschlands und dies wird am 2. und 3. Oktober auf dem Dern‘schen Gelände gebührend mit einem römischen Thermenfest gefeiert. „Wiesbaden war damals interessant für Ärzte, Medizin, Heilung, Wellness und Bäder. Meine Vision für die Landeshauptstadt ist ein römisches Thermenfest für die ganze Familie, bei dem Geselligkeit und Wellness im Fokus stehen“, lädt Sabine Philipp ein.

Das SAM bietet darüber hinaus museumspädagogische Angebote wie Fortbildungen, Familienrallyes, Geburtstage, Kinder- oder Ferienbetreuung an. Dabei können auch Schüler:innen das Museum als außerschulischen Lernort wahrnehmen, vermessen, Schätze finden und mit allen Sinnen eintauchen. Das SAM ist besuchbar von Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, sowie Donnerstag von 11 bis 20 Uhr.

Foto: Nadine Tannreuther

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