Das Pengland: Kunst und alles, was dazugehört
So richtig passt das Pengland nicht in die Reihe „Galeristenporträt“. Das Pengland ist nämlich keine Galerie im eigentlichen Sinne. Und doch kann man dort in der Reichklarastraße in der Mainzer Innenstadt auf 250 Quadratmetern immer wieder junge und moderne Kunst sehen – und danach mit den Künstlern und PENG-Machern feiern. Gegründet wurde der Verein „PENG - Gesellschaft zur Förderung von Design, Kunst und Kommunikation", der das Pengland betreibt, im Februar 2006. Am Anfang stand dabei nur die Grundidee, in Mainz einen Raum zu schaffen, in dem auch unabhängige Künstler einfach ausstellen können, und gleichzeitig Synergieeffekte zwischen den einzelnen Künstlern zu nutzen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich und seine Kunst vorzustellen und gleichzeitig von dem Wissen der anderen profitieren können. Anfang Dezember diesen Jahres stand einmal mehr eine Ausstellung an: Acht Kommunikationsdesign-Studenten der FH Mainz wollten ihre freien Arbeiten ausstellen und sahen im Pengland ihre einzige Möglichkeit, so etwas über die Bühne zu bringen. Woanders hätten sie wahrscheinlich mehrere hundert Euro für die Ausstellungsfläche zahlen müssen, im Pengland bekamen sie neben den kostenlosen Räumen sogar noch achtzig Euro für Arbeitsmaterial und Flyer. Ihre Ausstellung „The Mumpitz" und besonders die zugehörige Vernissagenparty wurde im Peng zu einem großen Erfolg.
Stetig gewachsen
Seit seiner Gründung vor knapp drei Jahren ist der Verein PENG stetig gewachsen und mit ihm auch das Pengland. Von Juni bis Oktober 2006 operierte man aus der Gaustraße, danach war für ein halbes Jahr die Flachsmarktstraße Heimat des Penglands, und seit April 2007 ist man nun schon in der Reichklarastraße zu Hause. 250 Quadratmeter hat der Verein dort angemietet. Möglich gemacht wird das zum einen durch etwa hundert (zahlende) Vereinsmitglieder, ein paar Fördermitglieder, Spenden sowie den Getränkeverkauf auf Partys und anderen Veranstaltungen. So wurde alleine bei der Vernissagenparty von „The Mumpitz" genug Geld für zwei Monatsmieten der Pengland-Räume eingenommen. Und das, obwohl jeder für die Getränke nur so viel zahlt, wie er selbst für richtig hält.
Offen für alles
Aufgrund dieser Finanzierungspolitik gibt es neben den Ausstellungen immer wieder Veranstaltungen jeglicher Art: Egal ob Konzerte, Lesungen, Partys oder Powerpoint-Karaoke-Abende, (fast) alles, was irgendwie kreativ ist und Spaß macht, findet hier seinen Platz. Selbst eine Gruppe Skater hat das Pengland schon einmal zu einem kleinen Skatepark umgebaut, um dort vor Publikum zu skaten. Wer etwas ausstellen oder veranstalten will, der kommt einfach zur offenen Sitzung, dem „Wohnzimmer", dienstags um 21 Uhr und stellt seine Idee vor. Wenn dann noch irgendwann ein Termin frei ist, steht der Verwirklichung der eigenen künstlerischen Visionen nichts mehr im Wege. Thomas Jacobs, bei PENG für das Raum- und Veranstaltungsmanagement zuständig, fasst das Konzept in einem Satz zusammen: „Jeder, der hier herkommt und sagt, er will was machen, der kommt zum Zug." Man muss halt nur hin und wieder warten, bis es einen freien Termin gibt.
Keine Vollzeitkünstler
Aber nicht nur Externe, sondern natürlich auch und vor allem die Vereinsmitglieder nutzen die Räume des PENG für ihre Aktionen. Es gibt zwar keine Vollzeit-Künstler unter ihnen, aber irgendwie sind sie der Kunst alle verbunden. Egal ob als Designer, Bildende Künstler, die als Lehrer ihren Lebensunterhalt verdienen, als Veranstaltungstechniker oder als Steinmetz, von seiner Kunst alleine kann hier keiner leben. Anstatt aber darüber traurig zu sein, sehen die PENG-Macher auch hierbei einen entscheidenden Vorteil: Jeder hat eine andere Geschichte, jeder macht auch etwas anderes, aber es ist eben keiner auf einen Bereich festgelegt und jeder kann vom anderen profitieren. Das sind die Synergieeffekte, die man sich bei der Gründung des Vereins vor knapp drei Jahren erhofft hatte.

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