In der Mainzer Walpodenakademie werden Plakate gezeigt, die aufrütteln.
Wie bitte soll man auf wachsende soziale Ungerechtigkeit, auf Ausbeutung von Mensch und Natur reagieren? Vielleicht mit Wut und Ironie? Diesen Weg gingen Künstler des Grafikdesignwettbewerbs „Mut zur Wut“. Globale Missstände wurden im wahrsten Sinne des Wortes plakativ aufs Korn genommen.
Ausstellung „TRADING STYLES“ im Weltkulturen Museum, Frankfurt. Bis 31. August 2013
Was passiert, wenn junge, zeitgenössische Modedesigner auf die "Modetrends“ vergangener Zeiten und Kulturen treffen? Die Ausstellung „Trading Styles – Weltmode im Dialog“ im Frankfurter Weltkulturen Museum liefert hierfür Beispiele, die sich sehen und tragen lassen.
… und zwar die malerische Seite der Stadt. Die Ausstellung der HEAG Bilderkammer zeigt siebzig Gemälde von dreißig bekannten Künstlern wie Bracht, Becker, Kollwitz und vielen mehr aus dem Zeitalter des Jugendstils bis hin in die 1950er Jahre.
Die Idee, ein wenig künstlerische Kulturgeschichte Darmstadts in Form einer kleinen, feinen Kunstausstellung an die Öffentlichkeit zu bringen, scheint auf den ersten Blick ja ganz nett zu sein. Auf den zweiten ist das Ganze leider ein wenig - zumindest für eine Kunstausstellung - unglamourös; Angefangen bei der Werbung: Der Flyer der Ausstellung ist quadratisch, praktisch gut, wurde mit einem dem Gemälde von Paul Thesing Stiller Winkel im E-Werk, 1948, betitelt und trägt insgesamt einen königsblauen Hintergrund, der das ganze Projekt edel wirken lässt. Besucht man jedoch die Ausstellung, interpretiert man das Aushängeschild schon ganz anders: Das Titelbildnis ist zwischen all den Gemälden und den mageren zwei Skulpturen wie Isis von Ltz Brockhaus, 1975, das größte, einprägsamste und auffälligste Objekt, sodass es einfach keine andere Wahl gab, ein anderes Gemälde oder sonstige bedeutungslose Werke auf den Flyer zu drucken; die blaue Farbe thematisiert weniger einen erhöhten Status der Ausstellung als eher die kleine, unbehaglich düstere Atmosphäre dieser.
Der Besucher wird zunächst in einem engen Flur an das industrielle Zeitalter der 1950er Jahre von einfachen Zeichnungen einer Elektrizitätsanlage von Friedrich Wilhelm Kleuckens empfangen, um somit wohl einer Mutprobe gestellt zu werden, da dieser Teil der Ausstellung wohl der apathischste ist. Da erfreut sich das Auge des Betrachters doch eher im ersten Zimmer, in jenem dieser zwei Statuen, drei antik angehauchte Fresken, einige Gemälde, die kunterbunt aus verschiedenen Jahrzehnten der letzten beiden Jahrhunderte entnommen sind – und zu guter Letzt, das Titelbild, sieht. Falls man zwischen den wohl gefühlten zehn Objekten doch müde wird, dient eine kleine Sitzgelegenheit zum Ausruhen - ironischerweise direkt vor dem wohl atemberaubendsten „Aushängeschild-Bildnis“ der Ausstellung.
Geht man in den dritten Raum der HEAG, erkennt man an der königsblauen Farbe sofort das Ende, das Finale der Bilderkammer. Dieses Zimmer bietet zwar ältere, durchaus schönere Gemälde wie beispielsweise jenes von Bracht namens Palmen bestandene Oase, 1880. Allerdings wirken diese wundervollen Werke durch die nebendran hängenden, karikaturartigen Zeichnungen wie von Bruno Krauskopf Brücke, 1935 und von Emil Orlik Max Slevogt im Café Berlin, 1923 ohne viel Mühe als ausdruckslose Freizeitmalerei. Schade für Bilder wie jenes von August Becker Norwegische Fischer ein Bot an Land ziehend, 1846 und Käthe Kolwitz‘ Selbstbildnis von 1904.
Die Ausstellung ist wohl für Darmstadtfans jener präsentierten Künstler geeignet, jedoch garantiert nicht für außenstehende dieser Stadt. Eine längere Zugfahrt dafür lohnt sich mit Sicherheit für Kunstgeschichtsstudenten, aber nicht für Fans genüsslicher Kunstwerke.